
Die SRG bereitet nach der vorzeitigen Abschaltung ihrer UKW-Sender Ende 2024 nun eine detaillierte Rückkehr zum analogen Standard vor. Wie aktuelle Informationen zeigen, hat die neue Generaldirektorin Susanne Wille eine dreistufige Strategie entworfen, um die terrestrische Reichweite in der Schweiz wieder aufzubauen. Das Medienhaus reagiert damit auf den Entscheid des Parlaments, die UKW-Konzessionen entgegen der ursprünglichen Planung doch noch einmal zu verlängern.
In einem ersten Schritt, der bereits für das dritte Quartal 2026 angestrebt wird, soll die technische Versorgung von rund 85 Prozent der Bevölkerung wiederhergestellt werden. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf den grossen Verkehrsachsen sowie der Abdeckung der Regionaljournale in der Deutschschweiz. Für diesen ersten Ausbauschritt rechnet die SRG mit jährlichen Betriebskosten von etwa 6,6 Millionen Franken. Ein entsprechendes Gesuch wird in Kürze beim Bundesamt für Kommunikation eingereicht.
Der weitere Fahrplan sieht eine Evaluation nach jeder Phase vor. Sollte die Akzeptanz in der Bevölkerung und der Politik hoch genug sein, könnte die Reichweite im Oktober 2026 auf 90 Prozent und bis Ende 2028 schliesslich auf 95 Prozent gesteigert werden. Die Kosten würden in der Endphase auf rund 14,8 Millionen Franken pro Jahr ansteigen. Besonders für Branchenkenner ist die Entscheidung interessant, dass auch das Kulturprogramm SRF 2 wieder flächendeckend auf UKW aufgeschaltet werden soll, da ein Verzicht darauf laut internen Papieren medienpolitisch kaum zu rechtfertigen wäre.
Trotz der geplanten Investitionen bleibt die SRG bei der Erwartungshaltung realistisch. Die interne Publikumsforschung weist darauf hin, dass eine vollständige Rückkehr zu den Hörerzahlen aus der Zeit vor der Abschaltung schwierig werden dürfte. Man wolle jedoch genau prüfen, wie viele Hörer durch die erneute Verfügbarkeit des analogen Signals tatsächlich zurückgewonnen werden können, bevor die nächsten Investitionsstufen ausgelöst werden.