
Die Rundfunkanstalt Südtirol, kurz RAS, schließt am morgigen 14. April ein langes Kapitel der analogen Radiogeschichte ab. An diesem Tag werden die letzten sechs verbliebenen UKW-Sender für das Programm Radio Rumantsch abgeschaltet. Betroffen sind die Sendeanlagen in Gebieten wie dem Obervinschgau, dem Gadertal und Kastelruth. Mit diesem Schritt erfolgt die vollständige Umstellung auf eine rein digitale Verbreitung über den Standard DAB+.
Da die digitale Netzabdeckung in Südtirol bereits bei 99 Prozent liegt, wird der Wechsel für den Großteil der Hörerschaft kaum spürbar sein. Die RAS begründet diesen konsequenten Schritt vor allem mit der technischen Effizienz und der wirtschaftlichen Vernunft. Der langjährige Parallelbetrieb von analoger und digitaler Technik ist kostenintensiv und aufwendig in der Wartung. Im Vergleich zur klassischen Frequenzmodulation erweist sich DAB+ als deutlich nachhaltiger, da das System etwa zwanzigmal energieeffizienter arbeitet und gleichzeitig eine höhere Programmvielfalt bei besserer Klangqualität ermöglicht.
Südtirol orientiert sich mit dieser Entscheidung an einem europaweiten Trend, bei dem immer mehr Länder die analoge Ausstrahlung zugunsten moderner Standards reduzieren. Für Radio Rumantsch bedeutet das Ende der UKW-Ära zudem eine Verbesserung der Reichweite, da über das digitale Netz nun auch Gebiete versorgt werden können, die technisch bedingt nie über die alte analoge Infrastruktur erreicht wurden. Damit setzt der Sender fortan ausschließlich auf die stabilere und effizientere digitale Empfangstechnologie.