Hessischer Rundfunk investiert in Kasseler Hörfunkstudios

Der Hessische Rundfunk (hr) steckt rund zwei Millionen Euro in die Erneuerung der Hörfunkstudios im hr-Studio Kassel. Dies erklärte der noch bis Monatsende amtierende Intendant Dr. Helmut Reitze heute auf einem Pressetermin: „Das hr-Studio Kassel ist und bleibt neben dem Funkhaus in Frankfurt der wichtigste Standort des hr. Mit der Investition sichert und stärken wir die Bedeutung des Studios in Hessen.“ Der Studiokomplex wird überwiegend von hr4 genutzt, das vor zwölf Jahren nach Kassel umgezogen ist. „Ende des Jahres werden die Erneuerung und der Umbau des Hörfunk-Sendekomplexes abgeschlossen sein. Wir freuen uns, dann mit der allerneuesten Technik aus Kassel senden zu können“, berichtete hr4-Chef Rainer Götze.

Notwendig geworden sei der Umbau durch die mittlerweile 13 Jahre alte Studiotechnik und der damit verbundenen hohen Störanfälligkeit unterschiedlicher Technikkomponenten, sagte Reitze. Zudem biete der Hersteller der alten Technik keine Updates mehr an, und die Beschaffung von Ersatzteilen habe sich zunehmend schwieriger gestaltet. Der sich noch im Bau befindende neue Sendekomplex orientiert sich eng an den in Frankfurt entwickelten Studiomodulen, in denen die Moderatoren die Studio-Technik selbst bedienen (Selbstfahrerstudio). Zudem ermöglicht das neue Studio durch seine Aufteilung eine stärkere Vernetzung von Redaktion und Moderation und somit eine engere Zusammenarbeit. Ein weiterer Vorteil sei, dass sich der neue Sendekomplex in die in Frankfurt vorhandene Infrastruktur des Hörfunks integriere, erläuterte der Intendant. Dadurch können Sendungen anderer Hörfunkprogramme problemloser auch in Kassel produziert werden.

Der Sendekomplex wird überwiegend von hr4, aber auch für alle weiteren Produktionen der Hörfunk-Programme des hr sowie der ARD genutzt. hr4 gehört mit 234.000 Hörern pro Stunde zu den meist gehörten Programmen in Hessen und feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Die Welle sendet seit zwölf Jahren aus dem hr-Studio Kassel und bietet seinen Hörern ein tagesbegleitendes Musikprogramm mit Schlagern und Oldies sowie vielen Servicethemen mit stark regionalem Bezug.

Bild: Der Intendant des Hessischen Rundfunks, Dr. Helmut Reitze (links), und hr4-Chef Rainer Götze auf der Baustelle des neuen hr4-Hörfunkstudios; HR/Mario Hornitschek

Bild: Der Intendant des Hessischen Rundfunks, Dr. Helmut Reitze (links), und hr4-Chef Rainer Götze auf der Baustelle des neuen hr4-Hörfunkstudios; HR/Mario Hornitschek

Nicht nur für das Radio, auch für das Fernsehen wird aus dem hr-Studio Kassel nach wie vor berichtet. Das Heimatmagazin „Herkules“, die Sendungen „Erlebnis Hessen“ und „Alles Wissen“ sowie längere Wissenschaftsdokumentationen werden komplett in Kassel produziert. Für die hr-Sendungen „Hessenschau“, „maintower“, „alle wetter“ und „hallo hessen“ sowie für die „Tagesschau“ (ARD) berichten die Kasseler Redakteure tagesaktuell aus Nordhessen. Zudem unterstützt die Fernsehredaktion Wissenssendungen in der ARD mit Beiträgen und dreht Folgen für das tägliche Wissensmagazin „X:enius“ (arte).

In den Jahren 1924 und 1925 gingen die ersten Radiosender in Deutschland in Betrieb. Um einen gleichmäßigen Rundfunkempfang zu gewährleisten, wurden sogenannte Zwischensender errichtet, von denen einer 1924 in Kassel aufgestellt wurde. Die Nationalsozialisten nahmen 1933 einen neuen stärkeren Sender in Betrieb, der 1943 durch Brandbomben zerstört wurde. Erst 1948 wurde der Sendebetrieb wieder aufgenommen. Im Jahr 1963 gab es mit der Diskussionssendung „Hessen in unserer Zeit: Kinder vor dem Fernsehschirm“ zum ersten Mal eine Fernseh-Direktübertragung aus Kassel. Den Grundstein für eine regelmäßige Fernsehproduktion aus Kassel legte der damalige Intendant Werner Hess 1970. Zehn Jahre später läutete das Studio Kassel die Geburtsstunde der Regionalisierung im Hörfunk ein. 1989 wurde das Kasseler Fernseh-Team in den Bereichen Information und Wissenschaft verstärkt. Seitdem wurde der Bereich Fernsehen kontinuierlich ausgebaut. Seit 2004 sendet hr4 täglich aus Kassel.

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