
Die Suche nach einer interimistischen Leitung für den ORF sorgt in der Medienbranche für Aufsehen. Nach dem Rücktritt von Roland Weißmann sind bis zum Ende der Bewerbungsfrist insgesamt elf Bewerbungen für den Posten des Generaldirektors eingegangen. Während die aktuelle interimistische Leiterin Ingrid Thurnher weiterhin als Favoritin für die kurze Amtszeit bis Ende 2026 gilt, zieht vor allem ein Name aus dem Nachbarland die Aufmerksamkeit der Radiomacher auf sich: Felix Kovac.
Kovac ist in der deutschen Radiolandschaft kein Unbekannter. Als ehemaliger Geschäftsführer von Antenne Bayern und erfahrener Medienmanager bringt er eine Perspektive von außerhalb des öffentlich-rechtlichen Apparats ein. Sein Interesse an der Führung des größten österreichischen Medienhauses wird in Branchenkreisen als Signal gewertet, dass die Position trotz der kurzen Laufzeit von weniger als einem Jahr auch für externe Top-Personalien attraktiv ist. Neben Kovac und Thurnher finden sich weitere Namen wie Victoria Benhak, Michael Gerdej und Alexander Kaufmann auf der Liste der Interessenten.
Die Entscheidung fällt bereits in wenigen Tagen. Am kommenden Donnerstag kommt der Stiftungsrat zusammen, um über die Neubesetzung abzustimmen. Diese Wahl deckt jedoch lediglich den Zeitraum bis zum Silvesterabend 2026 ab. Für die darauffolgende reguläre Funktionsperiode ab 2027 wird in Kürze eine separate Ausschreibung gestartet. Wer den ORF langfristig führen wird, entscheidet sich dann bei der offiziellen ORF-Wahl Mitte August. Für Kovac könnte die jetzige Bewerbung somit auch ein strategischer Schritt sein, um sich für die langfristige Planung im österreichischen Rundfunk zu positionieren.