SRG verkauft Swiss Satellite Radios an CH Media und Digris

In der Schweizer Radiolandschaft bahnt sich ein markanter Eigentümerwechsel an: Die SRG trennt sich von ihren drei Spartensendern Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz. Wie das öffentlich-rechtliche Medienhaus bekannt gab, gehen die Stationen im kommenden Jahr schrittweise in private Hände über. Der SRG-Verwaltungsrat hat der Transaktion bereits zugestimmt. Über die Kaufpreise wurde Stillschweigen vereinbart.

Radio Swiss Pop wird ab Januar 2027 vom Medienunternehmen CH Media übernommen, das damit seine Position als größte private Radiogruppe der Schweiz weiter ausbaut. Die beiden Spartenangebote Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz wechseln ab Juli 2027 zur Digris AG. Das Unternehmen ist in der Branche vor allem als Betreiber von DAB-Plus-Plattformen in der Schweiz, Frankreich und Großbritannien sowie durch das Programm Open Broadcast bekannt.

Hintergrund der Trennung ist der Transformationsprozess der SRG sowie finanzielle Einschnitte infolge der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Medienabgabe. Im Zuge der Überprüfung ihrer Angebotsstrategie kam die Rundfunkanstalt zu dem Schluss, dass die unmoderierten Musikwellen nicht zum Kernauftrag der Konzession gehören und ebenso gut im privaten Sektor betrieben werden können.

Für die Hörerinnen und Hörer soll der Übergang vorerst kaum spürbar sein. Beide Käuferinnen haben sich vertraglich verpflichtet, das bewährte Konzept für mindestens zwei Jahre unverändert fortzuführen. Das bedeutet: keine Moderation, eine weiterhin zurückhaltende Werbeauslastung und eine feste Quote von mindestens 50 Prozent Schweizer Musik. Auch die bisherigen Verbreitungswege über DAB Plus, IP-Streaming und Kabelnetze bleiben garantiert. Erst nach Ablauf der zweijährigen Frist steht es den neuen Betreibern frei, eigenständig über Programmelemente, Vermarktung und Distribution zu entscheiden.

Trotz des Verkaufs der drei Sender betont die SRG, dass ihr Engagement für das heimische Musikschaffen unverändert bestehen bleibt. Die Verpflichtungen im Rahmen der Charta der Schweizer Musik sollen im verbleibenden Programmangebot vollumfänglich fortgeführt werden.

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