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Ruth Meyer tritt Amt als Direktorin der LMS an

Ruth Mey­er hat am 1. Mai das Amt der Direk­to­rin der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) ange­tre­ten. Schwerpunkte möchte die neue Frau an der Spitze der Landesmedienanstalt im Bereich der Medi­en­kom­pe­tenz­för­de­rung setzen.

Meyer war im Januar von der Landtagsmehrheit per Wahl zur neuen Direktorin bestimmt worden. Anfang April lehnte das Verwaltungsgericht in Saarlouis einen Eilantrag eines unterlegenen Mitbewerbers ab und billigte die Wahl Meyers, das berichtet der Saarländische Rundfunk.

Die neue LMS-Direktorin hat Erzie­hungs­wis­sen­schaft, Poli­tik­wis­sen­schaft, Sozi­al­psy­cho­lo­gie, Sprech­wis­sen­schaft und Sprech­erzie­hung an der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des studiert. Später war sie als Frau­en­be­auf­trag­te des Land­krei­ses St. Wen­del tätig und lei­te­te danach elf Jah­re das dortige Haupt­amt. Von 2012 bis 2020 saß sie für die CDU im Landtag und war Innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin ihrer Frak­ti­on. 2017 wur­de Mey­er als Mit­glied in den LMS-Medienrat beru­fen und 2019 zur stv. Vor­sitzen­den des Aus­schus­ses für Medi­en­ethik, Viel­falt und Inno­va­ti­on des Medi­en­ra­tes der LMS gewählt.

„Gera­de haben uns die coro­nabe­ding­ten Beschrän­kun­gen gezeigt, was neue Medi­en zu leis­ten ver­mö­gen: sie haben Groß­el­tern und Enkel zusam­men­ge­bracht, Gre­mi­en über Video­kon­fe­ren­zen arbeits­fä­hig gehal­ten oder Kon­zer­te über den hal­ben Erd­ball zugäng­lich gemacht. Wir haben dafür zu sor­gen, dass die Kri­te­ri­en, die für ein ter­res­tri­sches Rund­funk­pro­gramm gel­ten, auch im Netz Beach­tung fin­den. Ent­wick­lun­gen wie die zuneh­men­de Durch­drin­gung des All­tags durch Sys­te­me der künst­li­chen Intel­li­genz ver­stär­ken das Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis in der Bevöl­ke­rung. Durch maß­ge­schnei­der­te Ange­bo­te wol­len wir für die Saar­län­de­rin­nen und Saar­län­der auch in Zukunft DER Ansprech­part­ner in Sachen Medi­en­kom­pe­tenz­ver­mitt­lung sein. In Zei­ten der weit­rei­chen­den Kon­takt­be­schrän­kun­gen, hat die LMS bereits reagiert und stellt ihr Pro­gramm auf soge­nann­te Webi­na­re um, also auf Semi­na­re, denen man von zuhau­se aus über Inter­net fol­gen kann. Wir wol­len unse­re Ver­ei­ne, Ein­rich­tun­gen und Insti­tu­tio­nen dabei unter­stüt­zen, eige­ne Video­kon­fe­ren­zen und Online-Angebote bereit­zu­stel­len“, so die neue LMS-Direktorin.

Bild: LMS

„Im Bereich des pri­va­ten Rund­funks konn­ten wir im Saar­land in den letz­ten Jah­ren eine enor­me Viel­falt auf­bau­en – klei­ne Sen­der mit Spar­ten­pro­gram­men genau­so wie Voll­pro­gram­me. Gera­de in der Corona-Krise geht es dar­um, die­se Viel­falt, die sich mit Regio­nen des Medi­en­stand­orts Nordrhein-Westfalen mes­sen kann, zu wah­ren. Der pri­va­te Rund­funk ist als sys­tem­re­le­vant anzu­er­ken­nen. Daher bin ich bereits mit der Lan­des­re­gie­rung im Gespräch, um Mög­lich­kei­ten der Unter­stüt­zung in die­ser beson­de­ren Situa­ti­on zu bera­ten“, erklärt Mey­er. Bereits Anfang April hat­te sich die LMS in einem gemein­sa­men Appell mit den im Saar­land zuge­las­se­nen pri­va­ten Rund­funk­ver­an­stal­tern an Land­tag und Regie­rung des Saar­lan­des gewandt und auf die beson­de­ren Pro­blem­la­gen des pri­va­ten Rund­funks auf­merk­sam gemacht. „Es geht nun dar­um, die exis­ten­zi­el­le Bedro­hung der der­zei­ti­gen Rund­funk­viel­falt für das Saar­land abzu­wen­den und gemein­sam mit der Lan­des­re­gie­rung über die bis­he­ri­gen all­ge­mei­nen Hilfs­pa­ke­te hin­aus­rei­chen­de Unter­stüt­zungs­maß­nah­men für den pri­va­ten Rund­funk zu initi­ie­ren.“

Die LMS stehe in den kom­men­den Jah­ren vor einer Viel­zahl neu­er Auf­ga­ben. „Durch den neu­en Medi­en­staats­ver­trag, der den Rund­funk­staats­ver­trag ersetzt, haben wir auch die Auf­sicht über sog. Inter­me­diä­re, Medi­en­platt­for­men, Benut­zer­ober­flä­chen und Videosharing-Dienste, um nur eini­ge Bei­spie­le zu nen­nen, als neue Auf­ga­ben hin­zu­be­kom­men. Medi­en­in­ter­me­diä­re und Online-Plattformen wie Goog­le, Insta­gram oder You­Tube sind inzwi­schen zu wesent­li­chen Play­ern am Medi­en­markt gewor­den, bie­ten auf den indi­vi­du­el­len Geschmack maß­ge­schnei­der­te Infor­ma­tio­nen und Ange­bo­te. So sehr einen die­se Ent­wick­lung begeis­tert – die tech­ni­schen Ana­ly­sen und pro­gram­mier­ten Ent­schei­dun­gen, die hier im Hin­ter­grund getrof­fen wer­den, kön­nen unse­re Medi­en­viel­falt und Mei­nungs­frei­heit auch bedro­hen. Die­se Ent­wick­lun­gen medi­en­recht­lich zu beglei­ten und ent­schlos­sen zu ord­nen, stellt eine enor­me Her­aus­for­de­rung dar“, so Ruth Mey­er wei­ter. „Daher begrü­ße ich sehr, dass die EU-Kommission in die­ser Woche ihre Zustim­mung zur Unter­zeich­nung des Medi­en­staats­ver­trags durch die Län­der erteilt hat und wir nun Maß­nah­men ergrei­fen kön­nen, dass auch Online-Dienste bestimm­ten Regeln unter­lie­gen, wenn sie Medi­en­in­hal­te bereit­stel­len. Medi­en­in­hal­te müs­sen nach dem Medi­en­staats­ver­trag u.a. dis­kri­mi­nie­rungs­frei zugäng­lich gemacht wer­den und bestimm­te Ange­bo­te dür­fen nicht gezielt in den Vorder- oder Hin­ter­grund gerückt wer­den. Außer­dem wird die Trans­pa­renz von Such­al­go­rith­men ein­ge­for­dert. Ein Gewinn für den Ver­brau­cher­schutz!“

Als Her­zens­an­ge­le­gen­heit bezeichnet die neue Direk­to­rin die Durch­set­zung eines effek­ti­ven und kohä­ren­ten Jugend­me­di­en­schut­zes im Inter­net. „Ob Cyber­mob­bing, Cyber­groo­m­ing, poli­ti­scher Extre­mis­mus oder ande­re unzu­läs­si­ge und ent­wick­lungs­be­ein­träch­ti­gen­de Inhal­te, die Gefähr­dungs­la­ge ist trotz bestehen­der recht­li­cher Vor­ga­ben sehr hoch. Jugend­me­di­en­schutz ist eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be, die zeit­ge­mä­ße und an der Lebens­wirk­lich­keit ori­en­tier­te Schutz­kon­zep­te braucht. Bei der anste­hen­den Ände­rung des Jugend­schutz­ge­set­zes gilt es Inhal­te zu regu­lie­ren, ohne gegen die ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­ne Staats­fer­ne zu ver­sto­ßen“, so die neue LMS-Direktorin.

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