NOZ/mh:n steigt bei Zeitungsgruppe Ostfriesland ein: Neue Machtverhältnisse im nordwestlichen Hörfunkmarkt

In der nordwestdeutschen Medienlandschaft bahnt sich eine bedeutende Konsolidierung an, die auch für private Hörfunkanbieter relevant ist. Die Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO), die unter anderem über ihre Tochtergesellschaften Anteile am niedersächsischen Privatsender Radio Nordseewelle sowie am landesweiten Programm radio ffn hält, bekommt einen neuen Mehrheitseigentümer. Die NOZ/mh:n-Gruppe plant die Übernahme der Mehrheitsanteile an dem ostfriesischen Medienhaus. Ein entsprechender Vertrag mit den bisherigen Gesellschaftern wurde bereits unterzeichnet, steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Prüfung.

Für Programmmacher und Medienmanager vor Ort bedeutet die Entwicklung vor allem eine weitere Verflechtung der regionalen Player. Die ZGO ist im ostfriesischen Lokalfunk seit Jahren ein prägender Gesellschafter, insbesondere beim Sender Radio Nordseewelle, wo das Verlagshaus die lokale Berichterstattung eng begleitet. Durch den Einstieg der NOZ/mh:n-Gruppe, die ihrerseits bereits an regionalen Radiosendern wie Antenne Niedersachsen und Radio Hamburg beteiligt ist, wächst das medienübergreifende Gewicht der Osnabrücker Unternehmensgruppe im niedersächsischen Rundfunkmarkt weiter an.

Nach Angaben der NOZ/mh:n-Führung sollen die redaktionellen Einheiten der ZGO-Titel wie Ostfriesen-Zeitung, Ostfriesische Nachrichten, General-Anzeiger und Borkumer Zeitung eigenständig bleiben. Die Kooperation soll vielmehr Größenvorteile sichern und die digitale Transformation vorantreiben. Ein gemeinsames Projektteam soll die bestehenden Strukturen nun angleichen.

Zeitgleich ordnet NOZ/mh:n das eigene Portfolio in der Region neu. Den Ostfriesischen Kurier und die Norderneyer Badezeitung gibt das Unternehmen rückwirkend zum ersten September an die OM-Mediengruppe mit Sitz in Emstek ab. Während die redaktionellen Aufgaben an die OM-Gruppe übergehen, bleiben Verlagsdienstleistungen und Vertrieb vorerst bei NOZ/mh:n. Sobald die Kartellbehörden grünes Licht geben, dürften sich die neuen Besitzverhältnisse auch in den Gesellschafterversammlungen der betroffenen Radiosender im Nordwesten bemerkbar machen.

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