
Die österreichische Medienbehörde KommAustria hat einem Antrag der Radio Eins Privatradio Gesellschaft m.b.H. stattgegeben und die bundesweite Zulassung des Senders erweitert. Durch diesen Beschluss übernimmt die Betreibergesellschaft von Radio 88.6 das bisherige Regionalnetz der Welle 1 Oberösterreich GmbH im Versorgungsgebiet „Oberösterreichischer Zentralraum“. Rechtlich ermöglicht wird dieser Schritt durch eine Sonderregelung im Privatradiogesetz, nach der lokale oder regionale Zulassungen zugunsten einer bundesweiten Zulassung übertragen werden können, sofern der abgebende Sender den Betrieb seit mindestens zwei Jahren aktiv ausgeübt hat. Da diese Voraussetzung im vorliegenden Fall erfüllt ist, geht die bisherige Lizenz der Welle 1 Oberösterreich mit der Rechtskraft der Entscheidung auf Radio Eins über und erlischt gleichzeitig als eigenständige Zulassung.
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Für das Programm von Radio 88.6 bedeutet die Genehmigung einen deutlichen Reichweitenzuwachs in Oberösterreich. Die Erweiterung umfasst drei UKW-Übertragungskapazitäten im Traunviertel, die künftig unter dem Sendernamen „88.6 – So rockt das Leben“ betrieben werden. Es handelt sich dabei um die Frequenzen Kirchdorf an der Krems auf 107,5 MHz, Kremsmünster auf 106,6 MHz und Steyr auf 102,6 MHz. Durch die Aufschaltung dieser Standorte gewinnt das bundesweite Programm nach Abzug von Überschneidungen rund 235.000 potenzielle Hörer im Süden von Linz sowie in den umliegenden Bezirken hinzu.
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Nicht von diesem Deal betroffen sind hingegen die übrigen oberösterreichischen Frequenzen der Welle 1. Die Station behält ihre Frequenz 91,8 MHz für den Großraum Linz und Umgebung, die Frequenz 87,7 MHz in Wels sowie die Frequenz 94,5 MHz für die Region Perg, Schwertberg, Mauthausen, St. Valentin und Tragwein. In diesen Gebieten bleibt die bisherige Versorgung durch Welle 1 somit unverändert bestehen.
Im Zuge des behördlichen Verfahrens zur Zulassungserweiterung musste zudem eine frequenztechnische Übersc
hneidung im Raum Steyr reguliert werden. Ein Gutachten des Amtssachverständigen hatte im Vorfeld gezeigt, dass die neu beantragte Frequenz 102,6 MHz vom Wolfingerwald zu rund 90 Prozent dasselbe Gebiet abgedeckte hätte wie die Frequenz 99,4 MHz vom Tröschberg, die Radio 88.6 dort bereits zur Verfügung stand. Um eine medienrechtlich unzulässige Doppelversorgung zu vermeiden, hat sich die Antragstellerin dazu verpflichtet, die bisherige Frequenz 99,4 MHz zurückzugeben. Dieser Verzicht wird exakt mit der tatsächlichen Inbetriebnahme der neuen Frequenz 102,6 MHz wirksam, wodurch größere Versorgungslücken beim Wechsel der Ausstrahlungskanäle im Raum Steyr vermieden werden sollen.