
Im Norden hat eine umfassende Umstellung der terrestrischen Übertragungswege stattgefunden. Turnusgemäß zum Ende des Monats Mai hat Klassik Radio seine analoge Ausstrahlung in Hamburg und Schleswig-Holstein beendet. Betroffen sind die Hamburger Frequenz 98,1 MHz sowie die Senderstandorte der vierten landesweiten UKW-Kette im benachbarten Bundesland. Der Privatsender setzt damit seine Strategie fort, sich schrittweise von der kostenintensiven analogen Verbreitung zu verabschieden und den Fokus auf digitale Kanäle zu legen.
Hintergrund für die unterschiedlichen Auswirkungen in den beiden Bundesländern ist der im Jahr 2024 beschlossene Digitalumstieg in Schleswig-Holstein. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben des dortigen Medienstaatsvertrags dürfen freiwerdende UKW-Kapazitäten im nördlichsten Bundesland nicht mehr neu ausgeschrieben werden, um den Übergang zum Digitalradio zu beschleunigen. Entsprechend verfallen die schleswig-holsteinischen Frequenzen des Pakets mit der Abschaltung endgültig für den analogen Rundfunk.
In der Hansestadt stellt sich die regulatorische Lage anders dar. Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein hat die Hamburger Ausstrahlungskapazität auf der Frequenz 98,1 MHz vom Heinrich-Hertz-Turm bereits im Vorfeld separat ausgeschrieben. Die Zuweisung soll für eine Dauer von zehn Jahren an einen privaten Anbieter erfolgen. Während für das Hamburger Publikum somit mittelfristig ein neues analoges Programm aufgeschaltet wird, bleibt Klassik Radio in der gesamten Region im terrestrischen Bereich fortan ausschließlich über das bundesweite DAB+-Netzwerk empfangbar.