
In den Niederlanden öffnet sich für lokale öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter eine neue Möglichkeit zur digitalen Verbreitung. Ab Dienstag, den 9. Juni, können die Stationen eine zweite Sendelizenz pro Region, einem sogenannten Allotment, beantragen. Damit erhalten die lokalen Veranstalter die Chance, ein weiteres Programm digital über das terrestrische Netz auszustrahlen.
Bislang war die Vergabe streng reglementiert: Lokale öffentlich-rechtliche Sender durften regulär nur maximal eine Lizenz pro Allotment halten. Eine Ausnahme bildeten bisher lediglich die vier Großstädte des Landes, in denen bereits seit längerer Zeit eine zweite Lizenz für die lokalen Versionen des Jugendprogramms FunX genutzt wird. Während bei der zu Beginn des Jahres gestarteten Vergabe von Restkapazitäten auf den landesweit 57 lokalen DAB+-Multiplexen zunächst nur kommerzielle Akteure zum Zuge kamen, wird dieser Zugang nun erweitert.
Die Rijksinspectie Digitale Infrastructuur, die zuständige Regulierungsbehörde in den Niederlanden, setzt bei dem Verfahren auf das Windhundprinzip. Die Anträge werden strikt in der Reihenfolge ihres vollständigen und korrekten Eingangs bearbeitet. Sollten für eine Region mehr Anträge eingehen als freie Kapazitäten vorhanden sind, entscheidet das Los.
Die Behörde sieht in diesem Schritt eine wichtige Stärkung der lokalen Strukturen. Die zusätzliche Zuweisung ermögliche es den Sendern, ihre Reichweite auf einer zukunftssicheren Plattform auszubauen und den Hörern ein vielfältigeres lokales Radioangebot zu bieten. Insgesamt stehen pro Allotment maximal 18 Lizenzen für öffentlich-rechtliche und kommerzielle Anbieter zur Verfügung, wobei derzeit noch in keiner Region die Obergrenze erreicht ist. Die Laufzeit der neu vergebenen Lizenzen ist bis zum 31. August 2030 befristet.