NRW-Lokalfunk stellt Verteilung auf cloudbasiertes „Smart Radio“ um

Der NRW-Lokalfunk hat seine technische Infrastruktur grundlegend modernisiert und setzt ab sofort flächendeckend auf eine cloudbasierte, modulare Radioproduktion. Nach einer mehrjährigen Entwicklungs- und Testphase verabschieden sich RADIO NRW und die angeschlossenen 45 Lokalstationen damit schrittweise von der klassischen Satellitenzuführung des Rahmenprogramms. Das neue System namens „Smart Radio“ steuert den Content-Austausch stattdessen über einen automatischen Synchronisations-Service direkt in die Sendeabwicklungen vor Ort.

Für Radiomacher verändert diese Umstellung den redaktionellen und gestalterischen Alltag im komplexen NRW-Zwei-Säulen-Modell erheblich. Bislang wurden Musiktitel, Jingles, Werbung und Moderationsbeiträge des Mantelprogramms zentral ausgespielt, worauf die Lokalstationen mittels fester Uhrzeiten oder Fernwirkbefehlen reagieren mussten. Mit der neuen Cloud-Lösung findet das eigentliche Playout nun dezentral in den jeweiligen Sendestudios vor Ort statt. RADIO NRW liefert zwar weiterhin den Sendeplan und die Audioelemente, die finale Gestaltungshoheit über die Sendestunde verbleibt jedoch im lokalen Funkhaus.

Dieser technologische Wechsel bringt vor allem im Programmablauf spürbare Vorteile für die Durchhörbarkeit. Starre Stop-Sets für den Wechsel zwischen Mantel und lokalem Programm entfallen künftig. Zudem sind die Redaktionen vor Ort nicht mehr auf das traditionelle Zehn-Minuten-Fenster angewiesen, sondern können lokale Trailer, Promotions oder aktuelle Informationen flexibel in jeder Rahmenprogrammstunde platzieren.

Laut den Verantwortlichen stärkt das System den lokalen Charakter der Stationen, da auch aktuelle Ereignisse im Sendegebiet zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne großen Aufwand im laufenden Programm abgebildet werden können. Gleichzeitig vereinfacht die cloudbasierte Struktur mobile Sendungen von außerhalb des Studios, da der Personal- und Technikaufwand sinkt. Technisch umgesetzt wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen DANEXiS auf Basis des Systems DABiS800.

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