
Die Sendeanlage auf der Villacher Alpe ist ein zentraler Knotenpunkt für die Rundfunkversorgung im Süden Österreichs. Um den technischen Betrieb und die Wartung auch in Zukunft unter extremen alpinen Bedingungen zu gewährleisten, wurde die betriebseigene Seilbahn zum Gipfel des Dobratsch umfassend modernisiert. Nach rund siebenmonatiger Bauzeit gab der Infrastrukturbetreiber Big Blue Marble nun den Abschluss der Sanierungsarbeiten bekannt.
Die Anlage auf 2115 Metern Seehöhe gehört zu den wichtigsten Standorten des Landes und versorgt rund 540.000 Menschen in Kärnten sowie in angrenzenden Regionen der Steiermark, Italiens und Sloweniens. Da der Standort für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist und der 167 Meter hohe Sendemast das ganze Jahr über gewartet werden muss, stellt die Seilbahn die einzige zuverlässige Verbindung für Techniker und Materialtransporte dar. Besonders in den Wintermonaten ist dieser Zugang kritisch, um bei etwaigen Störungen schnell eingreifen zu können.
Im Zuge der Modernisierung wurden wesentliche technische Komponenten der 1969 errichteten Bahn ausgetauscht. Dazu zählen unter anderem die Seilscheiben, die Laufwerke sowie das gesamte elektrische Antriebssystem inklusive des Notantriebs. Auch die elektrotechnische Steuerung wurde auf den neuesten Stand gebracht. Eine technische Neuerung ist das integrierte Kommunikationssystem, das nun eine Videoübertragung zwischen der Bergstation und der Talstation ermöglicht, was die Koordination der Einsätze vor Ort verbessert.
Die Bedeutung des Standorts geht über den klassischen UKW-Hörfunk mit Programmen wie Ö1, Ö3 oder privaten Sendern wie Antenne Kärnten hinaus. Vom Dobratsch aus werden auch digitale Signale via DAB+ und das terrestrische Fernsehen verbreitet. Zudem dient der Gipfel als Basis für den Behördenfunk sowie Mobilfunknetze. Die Erneuerung der Infrastruktur soll sicherstellen, dass die Signalqualität auch bei Krisenfällen stabil bleibt und Wartungsteams jederzeit ungehinderten Zugang zur Technik haben.