
Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat die laufende Ausschreibung für digital-terrestrische Übertragungskapazitäten in Oberbayern, Schwaben und Mittelfranken widerrufen. Hintergrund der Entscheidung vom 1. Dezember 2025 ist die Insolvenz des Hofer Senders extra radio, durch die kurzfristig auch Übertragungskapazitäten in Oberfranken frei geworden sind.
Ursprünglich hatte die Landeszentrale am 25. März 2025 Kapazitäten in den Verbreitungsgebieten Oberbayern-Schwaben (Kanal 10A) und Mittelfranken (Kanal 8C) ausgeschrieben. Auf diese Kapazitäten von jeweils 54 Capacity Units waren bereits mehrere Bewerbungen bei der Landeszentrale eingegangen. Die Ausgangslage änderte sich jedoch durch den Insolvenzantrag des Anbieters im technischen Verbreitungsgebiet Oberfranken (Kanal 10B), wodurch dort nun unerwartet eine weitere Kapazität zur Verfügung steht.
Die Medienwächter nutzen nun ihre gesetzliche Konzeptverantwortung, um die Versorgungsgebiete strategisch neu zu ordnen. Anstatt die Gebiete getrennt zu vergeben, hat sich die Behörde nach pflichtgemäßer Ermessensausübung dazu entschlossen, die bisher ausgeschriebenen Gebiete mit dem nun verfügbaren Platz in Oberfranken 10B zu einem großen, zusammenhängenden Verbreitungsgebiet zu verknüpfen.
Um allen interessierten Radioanbietern einen chancengleichen Zugang zu diesem neu formierten, erweiterten Gebiet zu ermöglichen, war der formale Widerruf der bisherigen Ausschreibung rechtlich notwendig. Die Landeszentrale kündigte an, das neu zugeschnittene Gebiet zügig neu auszuschreiben. Die Veröffentlichung des neuen Ausschreibungstextes soll bereits in rund vier Wochen auf der Webseite der BLM erfolgen.