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Teile der SRF-Radioredaktionen ziehen von Bern nach Zürich

Der Schweizer Rundfunk SRF wird einen Teil seiner Radioredaktionen von Bern nach Zürich verlagern, dafür sprach sich der Verwaltungsrat der SRG auf seiner gestrigen Sitzung aus. Betroffen von den Umzugsplänen sind 170 Arbeitsplätze. Die Teilverlagerung der Radioredaktionen wird ab Ende 2020 – vorbehältlich des gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahrens – stattfinden.

Gilles Marchand, Generaldirektor der SRG: “Der Service public steht im Dienst der Gesellschaft. Er muss sich ständig neuen Rahmenbedingungen anpassen und gleichzeitig die Entwicklung der Medien antizipieren. 15 Jahre nach der Revolution im Videobereich finden die nächsten Umwälzungen im Audiobereich statt. Im Dialog mit den Teams ist es wichtig, die Präsenz unserer Sendungen und Programme auch in den neuen Mediennutzungsformen sicherzustellen, damit den Erwartungen der Öffentlichkeit gerecht zu werden und unseren Auftrag zu erfüllen.”

Mit der Reorganisation der Radioredaktionen setzt die SRG die Digitalisierung im Medienbereich fort. Diese Veränderung betrifft alle Unternehmenseinheiten der SRG in allen Landesteilen. Die weiteren vorgesehenen Sparmaßnahmen betreffen vorwiegend die Infrastruktur der SRG. So sollen insbesondere die technischen Investitionen um 20 Prozent reduziert werden. Die Immobilienflächen der SRG sollen unternehmensweit um 25 Prozent reduziert und die Aktivitäten neu organisiert werden.

Auch in der französischsprachigen Schweiz wird die Immobiliensituation in den kommenden Jahren angepasst. RTS wird seine zwei Hauptstandorte in Genf und Lausanne sowie seine Regionalbüros beibehalten.

Trotz des vorgesehenen Teilumzugs bleibt die SRG in der Stadt Bern mit 550 Mitarbeitenden – davon mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten von SRF, RTS, RSI, RTR und SWI – weiterhin stark vertreten. Dazu zählt das Studio Bundeshaus, aus dem auch in Zukunft über das bundespolitische Geschehen aus Bern berichtet wird. Zusätzlich wird SRF seine Inlandredaktion in Bern ausbauen und die Präsenz in den deutschsprachigen Kantonen mit einigen Korrespondentinnen und Korrespondenten erweitern. Die Unternehmenseinheiten der SRG werden in Bern zudem einer Forderung der neuen Konzession entsprechen und ein Pilotprojekt starten, das Inhalte zu nationalen Themen für alle SRG-Kanäle in allen Landesteilen herstellen soll.

Ebenfalls in Bern betreut werden soll die neue digitale Plattform der SRG, welche à la carte die SRG-Angebote mit Untertiteln in den Landessprachen anbieten wird. “Die SRG will in Bern – dem politischen Herz der Schweiz – mit neuen Aktivitäten ihren Standort zum nationalen politischen Kompetenzzentrum ausbauen. In diesem Sinn wird sie am Föderalismus und an der Zusammenarbeit zwischen den Regionen unseres Landes festhalten”, sagt Jean-Michel Cina, Verwaltungsratspräsident der SRG.

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