Luxemburg: RTL beteiligt sich an L’essentiel Radio

Die RTL-Muttergesellschaft CLT-UFA übernimmt eine Minderheitsbeteiligung von 25 Prozent am geplanten L’essentiel Radio in Luxemburg.

40 Prozent halten weiterhin die Herausgeber der Gratiszeitung L’essentiel, EDITA – ein Gemeinschaftsunternehmen des Luxemburger Verlags Editpress aus Esch (Tageblatt u.a.) und dem Schweizer Verlag Tamedia. 35 Prozent liegen bei den Gesellschaftern hinter dem belgischen Regionalradio Must FM, das in der angrenzenden belgischen Provinz Luxembourg auf UKW sendet. Regierung und Medienanstalt ALIA haben bereits zugestimmt. Um den Einstieg von RTL zu ermöglichen, verzichtet die EDITA auf 10 Prozent, die Must FM-Gesellschafter auf 15 Prozent ihrer bisherigen Anteile.

Das französischsprachige L’essentiel Radio soll in der zweiten Februarhälfte 2016 auf der UKW-Frequenz 107,7 MHz auf Sendung gehen. Ursprünglich war der Sendestart schon für 2015 geplant. Das Studio wird sich im Verlagsgebäude von L’essentiel in Differdingen befinden. Das neue Informations- und Unterhaltungsprogramm richtet sich an frankophone Hörer.

Auf der UKW-Frequenz 107,7 MHz sendete von 1992 bis 2014 Radio DNR. Das Popmusikprogramm gehörte zur Mediengruppe Saint-Paul Luxembourg („Luxemburger Wort“) des katholischen Erzbistums. Ende 2013 wollte Saint-Paul RTL mit 50 Prozent am Sender beteiligen. RTL plante den  Start eines französischsprachigen Radioprogramms unter der Marke RTL2. Die Medienanstalt untersagte den Deal aber im Februar 2014, da RTL schon zu viele Radiolizenzen in Luxemburg kontrolliere und die Lizenz nicht für ein französischsprachiges Programm erteilt worden sei. Radio DNR wurde daraufhin Ende März 2014 eingestellt. Im Januar 2015 wurde die reichweitenstarke Frequenz für ein französischsprachiges Radioprogramm neu ausgeschrieben, im Mai 2015 bekam dann L’essentiel Radio den Zuschlag. Man hatte sich gegen drei Mitbewerber, unter ihnen die französische NRJ-Gruppe, durchgesetzt.

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