Tschechien: Rádio Expres FM strafft UKW-Netz in Westböhmen und fokussiert sich auf DAB+

Der tschechische Privatsender Rádio Expres FM wird Ende Januar den Betrieb von sechs analogen UKW-Sendern in Westböhmen einstellen. Dies bestätigte Hana Holubová, PR-Managerin der Eigentümergesellschaft Seznam.cz, gegenüber dem Branchenportal MediaGuru.cz. Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung der Verbreitungswege, bei der die technische Infrastruktur optimiert und der Fokus verstärkt auf den digitalen Hörfunk gelegt wird.

Betroffen von der Abschaltung ist der sogenannte westliche Sendering, zu dem Standorte in Tachov, Domažlice, Klatovy und Železná Ruda gehören. Diese Anlagen wurden technisch bislang vom Betreiber RTI cz verwaltet. Für die Hörer in den Regionen Pilsen (Plzeň) und Karlsbad (Karlovy Vary) gibt es jedoch Entwarnung. Dort wird die Verbreitung über separate Sender, die weiterhin in Betrieb bleiben, sichergestellt. Laut Holubová dient die Maßnahme vor allem dem Abbau von Doppelversorgungen in diesen Gebieten.

Die Strategie des Senders zielt künftig primär auf die Abdeckung der Kreishauptstädte ab, was eine Bereinigung des bestehenden Netzes in der Fläche zur Folge hat. Nach der Abschaltung der sechs Frequenzen verbleiben laut Senderangaben noch neun UKW-Frequenzen im aktiven Betrieb.

Parallel zum Rückbau der analogen Kapazitäten treibt Seznam.cz den Ausbau des digitalterrestrischen Hörfunks voran. In Zusammenarbeit mit den České Radiokomunikace (ČRA) liegt der Fokus auf der Entwicklung der landesweiten DAB+-Verbreitung. Aktuell nutzen die Radiosender der Seznam-Gruppe für die Distribution den Multiplex des Betreibers Play.cz. Ein früherer Verbreitungsvertrag mit JOE Media für das Paket COLOR DAB+ wurde bereits Ende November 2025 nicht mehr verlängert. Mit dieser technologischen Transformation will das Unternehmen die Verbreitung effizienter gestalten und sich den aktuellen Markttrends anpassen.

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