
Bei schweren russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw ist in der Nacht zum Sonntag auch das dortige ARD-Studio massiv beschädigt worden. Eine heftige Druckwelle zerstörte Fensterscheiben, verwüstete die Arbeitsräume und brachte Wände zum Einsturz. Zum Zeitpunkt des Einschlags hielt sich glücklicherweise kein Personal in dem zentral gelegenen Gebäude auf, sodass niemand verletzt wurde. Derzeit läuft eine Prüfung der statischen Sicherheit des Studiogebäudes.
Für Radiomacher und die ARD-Sendeanstalten bedeutet der Vorfall eine erhebliche logistische Herausforderung, die Berichterstattung vor Ort soll jedoch ohne Unterbrechung weiterlaufen. Wie die Studioleitung und der Westdeutsche Rundfunk, der die Federführung für den Standort Kyjiw hält, mitteilten, wird das Programm nun über mobile technische Lösungen und provisorische Ausweichmöglichkeiten aufrechterhalten. Das Team vor Ort berichtet bereits wieder über die aktuellen Ereignisse auf allen Kanälen des Senderverbunds.
Studioleiter Vassili Golod sprach von einem Schock, als er die völlig verwüsteten Redaktionsräume und die zerstörte Technik sah. Er betonte, dass diese rücksichtslosen Luftangriffe seit Jahren zur brutalen Lebensrealität in der Ukraine gehören und auch die Pressefreiheit direkt treffen. Die WDR-Intendantin Katrin Vernau zeigte sich erleichtert über die Unversehrtheit des Teams und hob den Mut sowie die Leistung der Kolleginnen und Kollegen hervor, die unter diesen Extrembedingungen verlässliche Informationen aus erster Hand liefern.