
Der Medienstandort Nordrhein-Westfalen steht vor einer weitreichenden Veränderung. Die Rheinische Post Mediengruppe übernimmt zum heutigen Tag sämtliche Anteile der Westfälischen Medien Holding. Damit wechseln namhafte Zeitungstitel wie die Westfälischen Nachrichten, die Münstersche Zeitung und das Westfalen-Blatt den Besitzer. Auch die Lokalradios im Münsterland sind von diesem Verkauf direkt betroffen. Für die Stadt Münster markiert dieser Schritt eine historische Zäsur, da mit der Übernahme eine über 300 Jahre alte Verlagstradition des Hauses Aschendorff endet.
In der Belegschaft sorgt die Nachricht für Gesprächsstoff und Unsicherheit. Die Westfälische Medien Holding beschäftigt nach Angaben des Deutschen Journalisten-Verbandes fast 3.000 Menschen, darunter allein 250 Journalistinnen und Journalisten. Kristian van Bentem, stellvertretender Vorsitzender des DJV in NRW und selbst Betriebsrat bei Aschendorff, fordert vom neuen Eigentümer ein klares und dauerhaftes Bekenntnis zu den Arbeitsplätzen in der Region. Er betont, dass trotz des Rückgangs an unternehmerischer Vielfalt zumindest die redaktionelle Presse- und Meinungsvielfalt im Münsterland gewahrt bleiben muss.
Besondere Bedeutung hat die Westfälische Medien Holding auch über die Region hinaus, da sie eine der wenigen verbliebenen eigenen Mantelredaktionen in Deutschland unterhält. Diese beliefert unter anderem die Westdeutsche Zeitung und perspektivisch die Siegener Zeitung mit überregionalen Inhalten. Der DJV begrüßt zwar, dass mit der Rheinischen Post ein etabliertes Haus die Lücke füllt, mahnt jedoch die soziale und gesellschaftliche Verantwortung an. Der Verband kündigte an, die betroffenen Kolleginnen und Kollegen während des Übergangs eng zu begleiten und bei Bedarf juristisch zu unterstützen.