
Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) vollzieht heute einen weiteren Schritt im Ausbau ihrer parteieigenen Medienkanäle. Im Rahmen des Neujahrstreffens in Klagenfurt erfolgt der offizielle Sendestart des neuen Online-Radiosenders „AUSTRIA FIRST“. Damit erweitert die Partei ihr Portfolio, das bislang vor allem auf Videoformate und Social Media konzentriert war, um ein lineares Audioangebot.
Das Programm ist laut Ankündigung als 24-Stunden-Vollprogramm konzipiert. Neben einer durchgehenden Musikrotation setzt der Sender auf feste, live moderierte Sendestrecken am Morgen, zu Mittag sowie am späten Nachmittag. Für Radiomacher interessant ist die Strukturierung des Wortanteils: Geplant sind Nachrichten zur vollen Stunde sowie ausführlichere Journale zu den Hauptsendezeiten morgens, mittags und abends. Verbreitet wird das Programm ausschließlich digital über die eigene Webseite www.austriafirst.at sowie eine dazugehörige App.
FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl positioniert das Projekt politisch deutlich und bezeichnet es als „Patriotenradio“. Inhaltlich soll der Sender eine Gegenöffentlichkeit zu den etablierten Medienhäusern bilden. Kickl betonte im Vorfeld, man wolle „echte Nachrichten“ bieten und grenzte sich dabei rhetorisch scharf von der Berichterstattung klassischer Medien ab.
Strategisch betrachtet ist der neue Radiosender der nächste logische Baustein im „freiheitlichen Medienhaus“. Die Partei verweist dabei auf die Entwicklung von FPÖ-TV, das vor 14 Jahren startete und mittlerweile eine nennenswerte Reichweite erzielt. Mit dem Einstieg in den Radiosektor versucht die Partei nun, ihre Inhalte auch im Audio-Streaming-Markt zu platzieren und ihre Anhängerschaft über einen weiteren Kanal direkt anzusprechen.