
Radio hat heute viele Gesichter, Farben, Formen und Funktionen. Im Hinblick auf die Optik, das Design und die Vielfalt technischer Möglichkeiten gehört die chinesische Firma Choyong mittlerweile zu den ersten Adressen unserer Zeit. Dort gibt es mit dem Voyager das vermutlich kleinste Internetradio der Welt, dazu die Multitalente LC90 und LC100, den Maestro für verwöhnte Ohren – und vieles mehr. Damit ist doch eigentlich fast alles erreicht, was es zu erreichen gibt – denkt man. Der neue F15 Camper zeigt, dass noch mehr geht.
Ein Internetradio in Form einer kleinen Röhre, das ist neu. Mit Maßen von 215 * 85 * 85 mm, 700 Gramm Gewicht kann man ihn überallhin mitnehmen. Mit seinem 40 Watt Zweiwegesystem ist er erstaunlich klangstark. Ein Multitalent mit Bluetooth, 4G und Voice Input. Ein Betrieb mit Akku macht ihn portabel. Er kann sowohl im lokalen WLAN, aber auch örtlich unbegrenzt eingesetzt werden – allerdings geht das nur, wenn man bei (gebührenpflichtig) Choyong seine eSIM-Funktionalität aktiviert. „Camper“ ist ein passender Name. Der F15 macht aber nicht nur dort oder auf der heimischen Terrasse Spaß.
Wie bei allen anderen Internet-Radios der Firma Choyong setzt man auch beim Camper auf die eigene Leistung. In Bezug auf die Internet-Datenbank will man sich nicht von fremden Providern, die immer wieder auch mal pleitegehen, vom Markt verschwinden oder verkauft werden, abhängig machen. Der südchinesische Hersteller pflegt seinen eigenen Aggregator, der permanent automatisch aktualisiert wird. Zur Steigerung der Qualität hat die Firma Choyong zudem in vielen Ländern der Erde Freiwillige, die helfen, die Sender regelmäßig zu testen und zu aktualisieren. Um die 50.000 Sender stehen zur Auswahl.

Geliefert wird der Camper gut verpackt in einer stabilen Box – zusammen mit einem Ladekabel und einem „Quick Start Guide“, also einer knappen aber übersichtlichen Gebrauchsanleitung. Da diese nur in chinesischer und englischer Sprache vorhanden ist und um besser zu verstehen, wie der Choyong Camper F15 funktioniert, stelle ich das Gerät hier im Detail vor.
Wichtig: Weil die Radios nicht mit voll aufgeladener Batterie auf dem Luftweg verschickt werden dürfen, ist der Akkustand zum Zeitpunkt der Lieferung so niedrig, dass das Gerät möglicherweise zunächst auf gar nichts reagiert. Darum muss man es vor allem Anderen mit dem mitgelieferten Kabel laden. Hierfür kann jedes beliebige Smartphone-Ladeteil von Samsung, iPhone, Android usw. verwendet werden. Die Ladezeit für die initiale Ladung des eingebauten Akkus beträgt ca. 4 Stunden.

Um das Radio einzuschalten muss der kleine Einschaltknopf ganz links auf der Oberseite des Geräts drei Sekunden lang gedrückt werden. Dann erst erscheint das Choyong-Logo und anschließend wird das Radio gestartet. Also: Nicht einfach kurz drücken und sich wundern, dass nichts passiert.
Im Display wird nach dem Start die Uhrzeit angezeigt.
In nächsten Schritt muss das Gerät mit einem WLAN oder mit eSIM werden. Der Voyager verfügt über einen sogenannten Touch Screen. Mit den Fingern bewegt man den Bildschirm von oben nach unten oder auch horizontal. Zurück kommt man mit der Tasten „C“. Zunächst öffnet sich durch Ziehen nach unten das Konfigurations-Menü. Dort kann man mit der Funktion „SET“ die eSIM-Einstellungen und/oder das jeweilige WLAN einrichten. Das geht so:
1. WLAN einschalten (WiFi)
2. Aus der angezeigten Liste das eigene Modem auswählen.
3. Nun wird der Anwender aufgefordert, den Key (Netzwerkschlüssel) einzugeben. Nach Abschluss nur noch speichern – und schon ist man Herr über ungefähr als 50.000 Radiosender aus aller Weilt – bis hin zu den Salomonen-Inseln.

Einstellen kann man hier u.a. auch die aktive Bildschirmzeit („Backlight“). Was ma da wählt, ist natürlich Geschmacksache. Ich persönlich habe „Always“ gewählt. Das kostet zwar geringfügig mehr Strom, dafür aber werden Sender und Uhrzeit dauerhaft angezeigt.
Einstellen kann man hier auch die Spielzeit des Geräts – und auch mögliche Softwareupdates gibt es sind hier möglich.
Eine besondere Aufgabe hat der goldene Multifunktions-Knopf auf der rechten Seite: Er ist sowohl OK-Taste(Drücken) als auch Schalter für die Lautstärke, die Höhen und die Bässe.
eSIM
Choyong bietet seinen Kunden eine eSIM-Funktion an. Diese muss man bei direkt Choyong freischalten lassen. Ein Testmonat kostet 99 Cent, danach, jederzeit kündbar, 15 $ pro Monat. Es gibt eine eSIM für Europa + Afrika + Asien und eine für Amerika.
Bluetooth
Der Voyager lässt sich auch als sogenannter „Bluetooth Speaker“ verwenden. Einfach koppeln und fertig. Über die Bluetooth-Funktion kann dann beispielsweise ein externer digitaler Rekorder gesteuert werden.
Internetradio

Wie wir gesehen haben, kann man mit dem Camper um die 50.000 Radiosender aus aller Welt empfangen. Wie geht das? Streicht man den Bildschirm nach rechts, so erscheint als erstes ein Icon für „Search“, also „Suche“ und ein Herzchen („Favorite“). Wählt man „Search“, dann startet man den „Voice Input“, also die Suche über die eigene Stimme. Im nächsten Schritt hat der Anwender die Möglichkeit, „AI“ zu drücken und gedrückt zu halten. Wenn nun das Mikrofon-Symbol blickt,kann man den Namen des gesuchten Senders, z.B. „BBC“, „Kontrafunk“ usw. nennen. Der Camper macht sich auf die Suche – und wenn er den Namen korrekt verstanden hat, listet er die gefundenen Sender auf, aus denen man dann wählen kann. Drückt man statt „Ai“ die goldene OK-Taste rechts, kann man nach Künstler, Komponisten oder Musiktitel suchen. Das wird weiter unten im Detail erklärt.
Zusätzlich zum Aufruf über die eigene Stimme ist es auch möglich, ganz konventionell nach einem Sender zu suchen: Streicht man ein zweites Mal über den Touch Screen, erscheinen Symbole für „History“, also die zuletzt gehörten Sender, und „Station“. Letzteres startet die manuelle Suche nach Sendern. Man wählt zunächst den gewünschten Kontinent und anschließend das Land, in dem der Sender seinen Sitz hat.
Hat man einen Sender gefunden, den man besonders gern hört, dann lässt sich dieser mit dem Herzchen markieren – danach ist er ganz einfach über die Favoriten abrufbar.
Unter der Rubrik „Favoriten“ (Herzchen) kann man dann jederzeit seine Lieblingssender oder seine Lieblingsmusik abrufen – und mit der Funktion „Add“ auch Streams hinzufügen, falls tatsächlich mal ein Sender fehlen sollte.
Podcasts
Streicht man nun ein drittes Mal über den Touch Screen, erscheinen die Icons für „Musik“ und für „Podcasts“. Standardmäßig sind dort Podcasts in chinesischer Sprache abrufbar. Über die Einstellungen lässt sich das aber ändern. Einfach dort die gewünschte Podcast-Sprache wählen – und los geht’s. Deutsch ist auch mit dabei. Podcasts lassen sich ebenfalls mit dem Herzchen in die Favoritenliste einsortieren.
Musikbox
Der F15 Camper ist nicht nur ein Radio und ein Gerät zum Hören von Podcasts. Tatsächlich lässt er sich in eine echte Musikbox verwandeln.
Wie wir im Kapitel „Internetradio“ gesehen haben, verfügt der Camper über eine Spracheingabe. Hat man „Search“ gedrückt, gibt es den Punkt „Ai“ für die Sendersuche. Man kann aber auch die goldenen OK-Taste rechts drücken und gedrückt halten und dann den Namen der Künstlers, Komponisten oder des gewünschten Musikstücks nennen. Wurde alles korrekt verstanden, dann schlägt der Camper eine ganze Liste von Treffern vor, aus der man wählen kann. Nun beginnt die Musikbox-Funktion damit, den markierten Titel zu spielen – und danach hört man aus dieser Kategorie weitere Lieder – eins nach dem Anderen.
Lieblingstitel lassen sich wiederum mit dem Herzchen markieren und in die Favoritenliste übernehmen.
Das Icon Music, das nach dreifachem Streichen nach Links erscheint, spielt nach Zufall irgendwelche Musik – für den Fall, dass man so etwas mag oder sich einfach nicht selbst entscheiden möchte.
Fazit:
Klein, schön und klangstark – so könnte man die Bewertung des F15 Camper in aller Kürze zusammenfassen – auch wenn man ihn in all seiner Vielfalt an Möglichkeiten damit nicht ganz gerecht wird. Der kleine Touch Screen erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl – und manchmal startet ein Sender, statt zu scrollen. Aber dafür gibt es ja die „C“-Taste zum Abbruch. Ein sehr schönes Gerät, das nicht nur viel Spaß macht, das mit seinem dekorativen Design auch optisch ein echter Genuss ist. Ein reines Internetradio mit wirklich erstaunlich schönem Klang – natürlich immer vorausgesetzt, der gewählte Sender spart nicht allzu sehr an der Datenrate. Dazu eine Musikbox und eine Fundgrube für die Freunde von Podcasts und Informationen.
Der F15 Camper kostet bei Choyong 149 US Dollar. Die Preise bei Amazon können abweichen.

Weitere Informationen findet man auf den Seiten von Choyong, wo man den F15 Camper auch kaufen kann: https://www.choyongradio.com/