
Der Münchener Lokalsender Arabella München geht neue Wege in der Werbeausspielung und ermöglicht ab sofort die programmatische Vermarktung seines linearen Inventars über UKW und DAB+. Damit ist das Unternehmen der erste bayerische Regionalsender, der Programmatic Advertising im regulären Betrieb für sein klassisches Radioprogramm anbietet. Ziel dieser Umstellung ist es, die Planung von Radiowerbung stärker an digitalen Standards auszurichten, wie man sie bereits aus dem Display- oder Video-Bereich kennt.
Für Werbetreibende und Agenturen bedeutet dieser Schritt, dass Werbeplätze nun kontaktbasiert und zielgruppenspezifisch gebucht werden können. Die Aussteuerung der Kampagnen erfolgt dabei datengetrieben und automatisiert in Echtzeit, was die Vorlaufzeiten im Vergleich zur klassischen Buchung deutlich verkürzt. Technisch umgesetzt wird diese Neuerung durch die Partnerschaft mit der aireal GmbH. Die linearen Inventare des Senders sind an die aireal audio SSP angebunden, wodurch sie direkt über gängige Demand-Side-Plattformen buchbar werden. Laut dem Technologiepartner aireal wird das analoge Broadcast-Signal hierbei in digitales, echtzeitfähiges Inventar transformiert, ohne die Zuverlässigkeit des klassischen Sendebetriebs zu beeinträchtigen.
Till Coenen, Geschäftsführer von Radio Arabella, sieht in diesem Schritt einen zukunftsorientierten Ausbau des Angebots auf dem Münchener Markt. Durch die Verbindung der hohen Reichweite des linearen Radios mit modernen Buchungsprozessen wolle man einen zusätzlichen Mehrwert für den Werbemarkt schaffen. Eine Ausweitung dieses Modells ist bereits geplant: In Kürze sollen auch der landesweite Schwestersender Arabella Bayern sowie 95.5 Charivari München programmatisch buchbar sein.
Auch auf Vermarkterseite wird die Entwicklung positiv bewertet. Andreas Lang, Geschäftsführer von STUDIO GONG, bezeichnet die Einführung solcher Modelle als wichtigen Entwicklungsschritt für die gesamte Branche. Arabella München fungiere hierbei als eine Art Blaupause, die zeige, wie regionale Anbieter technologische Innovationen aktiv mitgestalten und zusätzliche Erlöspfade erschließen können. Angesichts einer Reichweite von 60.000 Hörerinnen und Hörern in der Durchschnittsstunde laut FAB 2026 untermauert der Sender damit seine Position als reichweitenstärkster Regionalsender in Bayern im Kontext moderner Vermarktungslogiken.