AfD plant Ende der Förderung für Radio CORAX

Der Entwurf für das Regierungsprogramm 2026 der AfD in Sachsen-Anhalt sieht tiefgreifende Einschnitte in der regionalen Medienlandschaft vor, die insbesondere den nicht-kommerziellen Rundfunk betreffen. Ein zentraler Punkt des Programms ist die Forderung, dem freien Sender Radio CORAX in Halle die staatlichen Fördermittel vollständig zu entziehen. Die Partei wirft dem Sender vor, eine Plattform für einseitige politische Ideologien zu bieten und Inhalte zu verbreiten, die aus ihrer Sicht einer verfassungsfeindlichen Agitation zuzuordnen sind.

In dem Dokument wird dargelegt, dass Radio CORAX in den Jahren 2019 bis 2023 fast eine Million Euro an Fördergeldern durch die Medienanstalt Sachsen-Anhalt erhalten hat. Zusätzlich profitiert die Station von regelmäßigen Zuwendungen der Stadt Halle, der örtlichen Studentenschaft sowie des Landesjugendamtes. Die AfD kritisiert in ihrem Entwurf, dass sogenannte freie Radios den gesetzlich vorgeschriebenen offenen Zugang für alle Bürger nicht gewährleisten würden. Stattdessen würden diese Medien genutzt, um Akteure mit anderen Weltanschauungen systematisch auszuschließen.

Sollte die Partei Regierungsverantwortung übernehmen, plant sie, die Medienanstalt Sachsen-Anhalt offiziell zur Einstellung der Bezuschussung für Radio CORAX aufzufordern. Dieser Vorstoß ist Teil eines umfassenderen medienpolitischen Konzepts, das auch eine generelle Überprüfung aller freien Radios im Land vorsieht. Für Radiomacher in der Region bedeutet dies, dass die bisherige Finanzierungsstruktur des Bürgerrundfunks zur Disposition gestellt werden könnte. Die Pläne gegen den halleschen Sender sind zudem in eine größere Reform eingebettet, die unter anderem die Kündigung der aktuellen Rundfunkstaatsverträge und eine Umgestaltung der Medienaufsicht zum Ziel hat.

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