Ära der Langwelle zu Ende: RTL-Sender in Beidweiler gesprengt

Nach mehr als einem halben Jahrhundert haben die drei rund 290 Meter hohen Sendemasten in Beidweiler im Osten Luxemburgs am Freitagnachmittag den Boden berührt. Die kontrollierte Sprengung der imposanten Landmarken, die seit 1972 das Landschaftsbild der Region prägten, dauerte nur wenige Sekunden. Bis zum Januar 2023 dienten die Türme als leistungsstarke Langwellensender für das französischsprachige Radioprogramm von RTL und markieren nun das endgültige Kapitel einer traditionsreichen Übertragungstechnik.

Die Vorbereitungen für den Rückbau durch eine deutsche Spezialfirma erforderten präzise Sicherheitsmaßnahmen im Umfeld. Ab 14.30 Uhr sperrten die Behörden die umliegenden Straßen und richteten einen Sicherheitsperimeter von rund 800 bis 900 Metern ein. Kurz vor 15 Uhr ertönten die finalen Warnsignale, gefolgt von der Zündung. Die Experten lösten zunächst die Verankerungen der schweren Metallseile, die jeden der Masten stabilisierten, woraufhin die Konstruktionen kontrolliert in sich zusammenstürzten. Das offizielle Ende der Sprengaktion wurde im Anschluss durch drei kurze Fanfarenstöße signalisiert.

Für die Verantwortlichen vor Ort bedeutet der Abriss einen spürbaren Wandel im regionalen Ortsbild. Ben Ries, Bürgermeister der Gemeinde Junglinster, bezeichnete den Tag im Vorfeld als ein denkwürdiges Ereignis für die Region und beschrieb das Verschwinden der vertrauten Riesen als ein ungewohntes Gefühl. Mit dem Rückbau der Masten verliert die europäische Radiolandschaft eine weitere markante Station der klassischen terrestrischen Langwellenverbreitung, die über Jahrzehnte hinweg die Hörfunkgeschichte geprägt hat.

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