
Im deutschen Hörfunk geht eine Ära zu Ende. Werner Reinke, eine der prägendsten Moderatorenstimmen des Landes, verlässt den Hessischen Rundfunk. Im Jahr seines 80. Geburtstags geht der mehrfach ausgezeichnete Präsentator am 21. November ein letztes Mal auf Sendung und beendet damit seine jahrzehntelange Arbeit am Mikrofon. Bis dahin ist er wie gewohnt samstags von 9 bis 12 Uhr in „Reinke am Samstag“ auf hr1 zu hören. Mit seinem Rückzug endet zugleich die langjährige enge Zusammenarbeit mit Redakteurin Lidia Antonini, die das Format über viele Jahre hinweg maßgeblich mitgestaltet hat.
Reinkes Wirken im Funkhaus am Dornbusch umfasst zwei große Etappen: Von 1971 bis 1989 sowie erneut ab 2002 prägte er das Programm des Hessischen Rundfunks. Zunächst prägte er die Popwelle hr3 mit Klassikern wie der „Hitparade International“, der „Mittags-Discotheke“, „Pop und Weck“ sowie als langjährige Station-Voice. Nach Stationen abseits des klassischen Studios, unter anderem als Stadionsprecher und Werbesprecher, kehrte er zurück und moderierte ab 2009 bei hr1 die samstägliche Vormittagsstrecke, die zu einer festen Instanz im hessischen Wochenendprogramm wurde.
Für Kolleginnen und Kollegen in den Funkhäusern stand Reinke stets für handwerkliche Sorgfalt, journalistische Neugier und eine enge Bindung zur Hörerschaft. Diese Qualitäten brachten ihm unter anderem 2012 den Deutschen Radiopreis als bester Moderator sowie 2017 den Ehrenpreis des Hessischen Journalistenpreises für sein Lebenswerk ein. hr-Intendant Florian Hager würdigte den scheidenden Kollegen als Ausnahmepersönlichkeit, die Generationen am Empfänger begleitet habe, während der Sender den Abschied vor dem Hintergrund sich wandelnder Medienbedingungen bedauert. Mit Reinke verliert das lineare Radio einen seiner markantesten Autoren-Moderatoren.