Dänemark: DR P1 setzt ab 2027 auf mehr Live-Radio am Vormittag

Der dänische öffentlich-rechtliche Rundfunk Danmarks Radio baut das lineare Tagesprogramm seiner Informationswelle DR P1 grundlegend um. Ab Anfang 2027 sendet die Welle montags bis donnerstags von 6 bis 18 Uhr weitgehend live. Damit reagiert der Sender auf veränderte Nutzungsgewohnheiten und trennt die Aufgaben von linearem Radio und Audio-on-Demand künftig strategisch schärfer voneinander.

Konkret wird die Frühsendung „P1 Morgen“ um eine Stunde verlängert und läuft künftig von 6 bis 10 Uhr. Inhaltlich will die Redaktion die zusätzliche Sendezeit nutzen, um Schwerpunkte in den Bereichen Technologie, Wirtschaft und Wissenschaft auszubauen. Direkt im Anschluss startet zwischen 10 und 12 Uhr eine neue Live-Strecke. Dieses Format soll von festen Hosts mit journalistischem Profil getragen werden, aktuelle Debatten aufgreifen und flexibel auf laufende Entwicklungen reagieren können.

Bisherige Vormittagsmagazine und vertiefende Formate weichen aus dem Tagesprogramm. Sie wandern entweder auf Sendeplätze am Abend beziehungsweise am Wochenende oder werden primär für die hauseigene App DR Lyd produziert.

Hintergrund der Reform ist die Beobachtung des Senders, dass das Publikum bei Eilmeldungen und aktuellen Lagen gezielt das lineare Radio einschaltet, um Orientierung zu erhalten. Zeitversetzte und thematisch spezialisierte Vertiefungen finden dagegen zunehmend auf Abruf statt. DR P1 will diesen Bruch abbilden, indem der Live-Charakter im Hauptprogramm gestärkt wird, während On-Demand-Angebote den Raum für zeitunabhängige Inhalte bieten.

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