
Die Vergabe der neuen regionalen UKW-Lizenzen in Schweden gerät ins Stocken. Wie die schwedische Medienbehörde Mediemyndigheten mitteilt, können die neuen Zuweisungen nicht wie ursprünglich geplant zum 1. August in Kraft treten. Grund dafür sind juristische Auseinandersetzungen. Die Radiounternehmen DB Media und Mad Men Media hatten gegen die Lizenzentscheidungen der Behörde Beschwerde eingelegt. Zwar wies das zuständige Verwaltungsgericht in Stockholm die Klagen in der vergangenen Woche ab, das Urteil wird jedoch nicht rechtzeitig zum Stichtag rechtskräftig. Dies gilt unabhängig davon, ob die Kläger in Berufung gehen oder nicht. Die Unternehmen haben nach Zustellung des Urteils drei Wochen Zeit, um den Fall vor das nächsthöhere Berufungsgericht zu bringen.
Um juristische Sendelücken zu vermeiden und den Sendebetrieb sicherzustellen, haben mehrere Marktteilnehmer kurzfristig gehandelt. Viaplay, Go Country und Skärgårdsradion beantragten Übergangslizenzen ab dem 1. August, die von der Medienbehörde umgehend bewilligt wurden. Diese temporären Genehmigungen sichern zunächst die Ausstrahlung der Programme Bandit Rock, Go Country und Skärgårdsradion im Raum Stockholm sowie von Star FM in Stockholm, Västra Götaland, Östergötland und Uppsala.
Die ausgestellten Übergangslizenzen sind streng limitiert und gelten für maximal 14 Tage. Die Behörde begründet diesen Schritt damit, dass während einer laufenden gerichtlichen Prüfung pragmatische Zwischenlösungen nötig sind. Sollten die endgültigen Lizenzen durch rechtskräftige Urteile vorab bestätigt werden, können diese temporären Genehmigungen vorzeitig widerrufen werden. Ist das gerichtliche Verfahren bis zum 14. August hingegen noch nicht abschließend geklärt, haben die Sender die Möglichkeit, erneute Verlängerungen um jeweils zwei Wochen zu beantragen.
Die rechtliche Hängepartie zwingt nun auch weitere große Sendergruppen zum Handeln. Mittlerweile haben auch NRJ, Mad Men Media für Retro FM sowie Bauer Media für Rockklassiker entsprechende Anträge auf vorübergehende Lizenzen gestellt, um ab dem 1. August rechtssicher on air bleiben zu können.