
Der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat die Weichen für eine grundlegende Neustrukturierung des Digitalradios in der Hauptstadtregion gestellt. Durch die Neuvergabe von DAB+-Übertragungskapazitäten an BB Radio, 94 3 rs2, den Berliner Rundfunk 91.4 und Schlager Radio wird ab dem Jahr 2028 eine fünffache Regionalisierung in Brandenburg möglich. Für die betroffenen Privatsender bedeutet dies den Wechsel von einer landesweiten Einzelsignalausstrahlung hin zu lokal zugeschnittenen Programminhalten.
Die Neuregelung zielt darauf ab, die Bindung der Hörerschaft durch passgenaue Lokalnachrichten, Wetter- und Verkehrsmeldungen in den jeweiligen Brandenburger Teilregionen zu stärken. Da die Produktion getrennter Regionalfenster für die Sender mit einem erhöhten redaktionellen und finanziellen Aufwand verbunden ist, plant die Medienanstalt die Ausschreibung eines flankierenden Förderprogramms, um die Verbreitung lokaler Inhalte im Digitalradio gezielt zu unterstützen.
Neben der inhaltlichen Aufteilung der privaten Programme sieht das neue DAB+-Modell, das in einem dreijährigen Austausch mit der Branche entwickelt wurde, auch eine tiefgreifende technische Reform vor. Ab 2028 werden öffentlich-rechtliche, private und nichtkommerzielle Sender über dieselben Sendeanlagen und in identischer Signalqualität verbreitet. Im Zuge dieser Strukturreform wurden auch Kapazitäten für den Offenen Kanal ALEX Berlin reserviert, um ein flächendeckendes und zeitgleich regional differenzierbares Gesamtnetz zu gewährleisten.