Gewandhaus Radio zieht Bilanz nach dem ersten Sendejahr

Das in Leipzig ansässige Gewandhaus Radio hat am 12. Mai sein einjähriges Bestehen gefeiert. Seit dem Sendestart im Jahr 2025 konnte sich das Programm sowohl über DAB+ im Raum Leipzig als auch über das Internet fest in der Radiolandschaft etablieren. Aktuelle Zahlen belegen, dass der Sender mittlerweile täglich rund 71.000 Hörerinnen und Hörer erreicht. Besonders auffällig für die Branche ist dabei das stetige Wachstum des Formats, da monatlich im Durchschnitt etwa 1.000 neue Nutzer hinzugewonnen werden.

Ein entscheidender Indikator für die Bindung des Publikums ist die überdurchschnittlich hohe Hördauer. Mit einer täglichen Verweildauer von rund 45 Minuten hebt sich das Programm deutlich von vielen anderen klassischen Webradio-Angeboten ab. Diese Treue der Hörerschaft spiegelt sich auch in der internationalen Nutzung wider. Während der Kern des Publikums in Deutschland ansässig ist, verzeichnet die Station beachtliche Zugriffszahlen aus den USA und Japan sowie aus europäischen Nachbarländern wie Spanien, Frankreich und Polen.

Inhaltlich setzte die Redaktion im ersten Jahr auf eine intensive Verzahnung von Musik und journalistischen Wortbeiträgen. Insgesamt wurden rund 170 Wortbeiträge produziert, die über eine eigene Mediathek dauerhaft verfügbar sind. Ein Schwerpunkt der Arbeit lag auf der Produktion exklusiver Konzertmitschnitte. So wurden 20 Konzerte eigens für das Radio aufbereitet, darunter eine umfangreiche Berichterstattung zum Schostakowitsch-Festival mit 30 Sondersendungen.

Das Programmprofil wird durch verschiedene Fachformate ergänzt, die über die reine Musikberichterstattung hinausgehen. Dazu gehören regelmäßige Formate wie das Magazin „Inside Gewandhaus“, das Einblicke hinter die Kulissen gewährt, sowie Reihen zur Orgelkultur und zu historischen Komponistenhäusern in Leipzig. Auch Gesprächsformate wie der „Tea Time Talk“ oder die Vorstellung von CD-Neuerscheinungen durch Musikkritiker prägen das redaktionelle Bild. Mit diesem Mix aus hochwertigen Eigenproduktionen und einer starken digitalen Präsenz zeigt das Projekt, wie sich klassische Inhalte für eine moderne, globale Hörerschaft aufbereiten lassen.

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