
Die terrestrische Verbreitung von Medieninhalten auf mobile Endgeräte geht in Sachsen-Anhalt in die Verlängerung. Die Versammlung der Medienanstalt Sachsen-Anhalt hat in ihrer jüngsten Sitzung am 6. Mai beschlossen, das Pilotprojekt 5G Broadcast am Standort Halle (Saale) fortzuführen. Damit wurde die Zuweisung der Übertragungskapazitäten auf dem UHF-Kanal 40 für den Sendenetzbetreiber Media Broadcast bis zum 31. Mai 2028 verlängert.
Das Projekt, das bereits im Sommer 2024 startete, untersucht die Möglichkeiten des Rundfunks als nächsten Entwicklungsschritt für die mobile Mediennutzung. Im Kern geht es darum, audiovisuelle Inhalte über die vorhandene terrestrische Infrastruktur direkt auf Smartphones zu übertragen. Für die Nutzer hat dies den Vorteil, dass der Empfang unabhängig von Mobilfunknetzen oder WLAN-Verbindungen funktioniert und somit kein kostenpflichtiges Datenvolumen verbraucht wird.
Ein wesentlicher technischer Aspekt für Radiomacher und Programmanbieter ist die Punkt-zu-Multipunkt-Verbreitung. Im Gegensatz zum klassischen Streaming über das Mobilfunknetz bleibt die Empfangsqualität bei 5G Broadcast auch dann stabil, wenn eine sehr hohe Anzahl an Nutzern gleichzeitig auf die Inhalte zugreift. Dies macht die Technologie besonders für Live-Events und die Versorgung in Krisensituationen interessant.
In der nun genehmigten zweiten Phase des Pilotversuchs liegt der Fokus auf der Erprobung von seriennahen Endgeräten. Media Broadcast plant zudem, die Integration von erweiterten Warnfunktionen zu testen. Dabei soll unter anderem die Anbindung an das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS, demonstriert werden. Ziel ist es, Warnmeldungen nicht nur als Text, sondern auch mit Begleitmaterial wie Karten oder Videos zuverlässig auf mobile Geräte zu bringen.
Die bisherigen Testergebnisse aus Halle, bei denen unter anderem Programme der ARD und lokale Sender wie MDF.1 verbreitet wurden, bestätigen laut den Projektbeteiligten die Effizienz und Stabilität der Übertragungskette. Mit der zweijährigen Verlängerung sollen nun die notwendigen Daten und Erfahrungswerte gesammelt werden, um eine fundierte Grundlage für einen möglichen wirtschaftlichen und regulatorischen Rollout der Technologie in Deutschland zu schaffen.