
Der im vergangenen Jahr gestartete Privatsender KISS FM hat seine technische Verfügbarkeit massiv ausgebaut und ist nun in einem Großteil der Niederlande über DAB+ zu empfangen. Damit verlässt die Station ihren bisherigen Fokus auf den Großraum Amsterdam und die westlichen Provinzen, um sich als überregionaler Player im kommerziellen Markt zu etablieren, auch wenn eine vollständige Abdeckung des gesamten Staatsgebiets noch aussteht.
Der Ausbau erfolgt zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt, da die niederländische Medienaufsicht die Digitalisierung des Hörfunks durch neue Konzessionsverfahren für regionale Ensembles weiter vorantreibt. KISS FM nutzt für die verbreitete Ausstrahlung Kapazitäten auf verschiedenen Multiplexen, die nun weite Teile des Nordens, Westens und der Mitte des Landes abdecken. Im Norden erfolgt die Ausstrahlung in Friesland auf Kanal 5A sowie in den Provinzen Groningen und Drenthe auf Kanal 7C. Den Osten und die Mitte deckt der Sender über Overijssel auf Kanal 6A sowie Utrecht und Gelderland auf Kanal 12B ab.
Die bevölkerungsreichen Gebiete Noord-Holland und Flevoland werden weiterhin über Kanal 8B bedient, während Zuid-Holland und Zeeland über Kanal 5B versorgt werden. Trotz dieser massiven Expansion bleibt eine technische Lücke im Süden des Landes bestehen. Die Provinzen Noord-Brabant und Limburg sind derzeit nicht Teil der Aufschaltung, sodass Hörer in Städten wie Eindhoven oder Maastricht das Programm über das terrestrische Digitalradio momentan noch nicht empfangen können.
Inhaltlich bleibt der Sender seiner Linie treu und positioniert sich mit einem modernen Hit-Format, das eine Zielgruppe zwischen 20 und 50 Jahren anspricht. Eine Besonderheit im niederländischen Markt ist dabei die internationale Ausrichtung des Programms. Neben niederländischen Inhalten setzt KISS FM verstärkt auf englischsprachige Moderationsstrecken, um dem Trend zur Internationalisierung in den Ballungsräumen Rechnung zu tragen. Mit dieser Mischung aus globalem Sound und nun fast flächendeckender Reichweite verschärft die Station den Wettbewerb mit den etablierten landesweiten Ketten deutlich.