Sparen beim Umzug: BR schaltet BR24 live und BR Verkehr schon im Juni ab

Der Bayerische Rundfunk treibt den Umbau seiner Senderflotte deutlich schneller voran als ursprünglich angekündigt. Wie das Branchenmagazin DWDL.de berichtet, stellt die Landesrundfunkanstalt noch in diesem Monat zwei weitere Hörfunkprogramme ein. Demnach ist für die beiden digitalen Nischenkanäle BR24 live und BR Verkehr bereits am 16. Juni Schluss. Auf den betroffenen Frequenzen weisen bereits automatisierte Infoschleifen die Hörer auf das bevorstehende Ende hin.

Das vorzeitige Aus kommt für die Branche überraschend, da der BR im Zuge der ARD-Strukturreformen eigentlich einen Ausstieg aus der linearen Verbreitung zum Jahr 2027 in Aussicht gestellt hatte. Der Hintergrund der vorgezogenen Abschaltung ist laut einem Bericht von DWDL.de vor allem pragmatischer Natur: Die Redaktion des Informationsradios BR24, die auch die beiden Sonderkanäle betreut, zieht derzeit aus der Münchner Innenstadt auf den neuen BR-Campus nach Freimann um. Um den logistischen und finanziellen Aufwand für den Neubau entsprechender Studioarbeitsplätze einzusparen, werden die Programme im Zuge der Ressourcenplanung vorab eingestellt.

Damit setzt der BR einen klaren Trend fort, der sich bereits zu Beginn des Jahres beim jungen Programm Puls Radio gezeigt hatte, das ebenfalls wegen des Standortwechsels aus dem klassischen Äther genommen wurde. Die Verantwortlichen reagieren damit auf den veränderten Reformstaatsvertrag, der eine Reduzierung der ARD-Hörfunkwellen von 69 auf 53 vorsieht. Während BR24 live bisher für seltene Live-Übertragungen genutzt wurde und BR Verkehr eine Dauerschleife mit Daten des Automobilclubs bot, will sich die Anstalt künftig auf ihre reichweitenstarken Kernmarken wie Bayern 1, Bayern 3, BR Heimat und die Kulturwellen fokussieren. Das nächste feststehende Streichobjekt im Zuge dieser Priorisierung bleibt das Programm BR Schlager, dessen Abschaltung weiterhin für 2027 geplant ist.

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