Digitalradio in Bayern: BR und BLM schließen Kooperationvereinbarung

Ulrich Wilhelm, der Intendant des Bayerischen Rundfunks und Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) haben in der vergangenen Woche eine breit angelegte Kooperationvereinbarung unterzeichnet.

Demnach konnte nach mehrmonatigen Verhandlungen, Planungen und Abstimmungen eine Vereinbarung unterzeichnet werden, bei denen die Partner BLM und BR eine breite Kooperation im Bereich des Betriebes von DAB-Netzen in Bayern in den nächsten 8 Jahren durchführen werden.

Wesentliches Ergebnis dabei ist, dass in den DAB-Netzen des BR je nach Region zwischen 2 und 10 private Hörfunkprogramme neben den Programmen des BR ausgestrahlt werden. Immer dort, wo die Netzstrukturen strukturell gleich sind, werden BR und BLM zusammenarbeiten.

So wird beispielsweise ANTENNE BAYERN vom landesweiten Kanal 10D in den ebenfalls landesweit sendenden BR Mux auf Kanal 11D wechseln. Die restlichen Sender aus Kanal 10D sollen künftig in regionalen Muxen verbreitet werden. So sollen in den DAB-Regionalnetzen, wo der BR seine regionalisierten Programme Bayern 1 und Bayern 2 verbreitet, auch weitere landesweite private DAB-Programme sowie bis zu 6 private Lokal-/bzw. Regionalprogramme ausgestrahlt werden können. Die Kooperation sieht vor, dass die Bayern Digital Radio alle freien Kapazitäten in den Netzen des BR anmieten wird und neben ihren eigenen DAB-Netzen für die privaten Hörfunkprogrammanbieter betreiben wird.

Dazu sagte Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM): „Die Landeszentrale wird nun beginnend mit dem Jahr 2017, Zug um Zug in den Regierungsbezirken Bayerns die privaten Anbieter einladen, sich an der DAB-Verbreitung zu beteiligen. Zusammen mit den von der CSU-Landtagsfraktion zum Doppelhaushalt 2017/2018 angekündigten Fördermitteln für DAB und unserer eigenen Förderung aus dem Haushalt der BLM werden wir voraussichtlich bis Ende 2018 alle heutigen UKW-Programme auch in DAB+ dem bayerischen Radiohörer anbieten können. Durch die Kooperation wird aber auch im begrenzten Umfang die Möglichkeit für die Verbreitung neuer lokaler/regionaler und landesweiter Programme bestehen“.

Nach Informationen der radioWOCHE sind in den neuen Regionalmuxen auch interessante neue Angebote geplant. So kann sich beispielsweise die Neue Welle aus Nürnberg weitere Programmformate im Digitalradio vorstellen. Ob diese Planungen konkret werden, wird sich im Jahr 2017 zeigen.

Fördermittel für DAB+
In den Haushalten für 2017/2018 sind insgesamt 1,5 Millionen Euro für die Verbreitung von DAB+ Programmen vorgesehen. Damit sollen die Privatradiobetreiber eine Unterstützung beim Umstieg auf DAB+ erhalten. Diese 1,5 Millionen Euro splitten sich für 2017 mit 500.000 € und 2018 mit 1 Mio. €. Die FREIE WÄHLER hatten in der Debatte für die Förderung zum Umstieg auf DAB+ gar jährlich 3 Mio. € gefordert. Zusätzlich fördert die BLM den Umstieg mit eigenen Mitteln in Höhe von ca. 800.000 € jährlich.

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