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Digitalradio in Baden-Württemberg: Neue Sendervielfalt – Bald auch Radio Paradiso?

Ab ersten Dezember wird die Radiovielfalt in Baden-Württemberg nochmals erweitert. Denn dann sind die privaten regionalen und lokalen Programme baden.fm (Freiburg), Hitradio Ohr (Offenburg), Die neue Welle (Karlsruhe), Radio Regenbogen (Mannheim), Die Neue 107.7 (Stuttgart), Donau 3 FM und Radio 7 (beide Ulm) in ganz Baden-Württemberg im Digitalradio zu empfangen. Und damit unabhängig von ihren begrenzten Empfangsgebieten auf UKW. Dazu kommt mit VHR (Weissach im Tal), einem Radiosender mit deutschprachiger Musik, ein zusätzliches Angebot ins landesweite Digitalnetz. Als weiteres digitales Programm hat Radio Paradiso den Antrag gestellt, im Südwesten digital verbreitet zu werden. Radio Ton wird im nächsten Jahr das Angebot lokaler Sender nochmals erweitern.

Simulcast gut für digitale Bewerbung / Radio Paradiso und SWR-4 Regionalprogramme
Für den Präsidenten der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), Thomas Langheinrich, ist der Südwesten damit wichtiger Treiber für die Digitalisierung des Radios. Bei der Vorstellung der Sender in Stuttgart sagte er: „Die baden-württembergischen Radioveranstalter gehen mit den Investitionen ins landesweite Sendernetz neue Wege und zeigen so immense Innovationskraft. Im Gegenzug bieten sich ihnen aber auch neues Hörerpotential und Vermarktungsoptionen.“ Auch das Programmangebot des Südwestrundfunks wird ab Anfang Dezember erweitert. Dann können alle SWR4-Regionalprogramme digital über DAB+ empfangen werden. „SWR4 BW als erfolgreichstes Landesprogramm in Baden-Württemberg hat lange auf den Tag gewartet, an dem wir mit allen Regionalausgaben auf DAB+ zu empfangen sein werden. Für unsere Hörerinnen und Hörer ist es egal, auf welchem Weg SWR4 zu ihnen kommt. Wichtig ist ein stabiler Empfang, ein guter Klang und die Möglichkeit, sich jetzt für eine Regionalausgabe zu entscheiden“, sagt SWR4-Programmchefin Carola Oldenkott.

Mit 38 digitalen Radioprogrammen belegt der Südwesten bundesweit einen Spitzenplatz. Nur in Bayern (73) und Berlin (40) gibt es mehr digitale Sender. Die Region Ulm profitiert von weiteren 17 digitalen Radioprogrammen, die aus Bayern zu empfangen sind. Digitalradio – Sender sind landesweit zu hören Die Vorteile von Digitalradio liegen neben hervorragender digitaler Klangqualität und zusätzlicher Programminformationen bei Bildern, die auf dem Radio-Display angezeigt werden. Auch in der Durchhörbarkeit der baden-württembergischen Radiosender liegen Vorteile. So sind etwa baden.fm oder SWR4 Radio Stuttgart während der Autofahrt von Freiburg bis Ulm durchgängig auf der Autobahn zu empfangen.

90 Prozent der Haushalte können DAB nutzen
Das hängt mit dem gut ausgebauten Sendernetz zusammen, das kontinuierlich erweitert wurde und wird. Das digitale Angebot ist auf der Rheinschiene von Mannheim bis Freiburg, in der Rhein-Neckar-Region, in den Regionen Stuttgart, Heilbronn und Ulm und auf der A5 und der A8 zu empfangen. Ein weiterer Ausbau der Verbreitung ist vorgesehen. Bereits seit Mitte 2012 waren dort neben den öffentlich-rechtlichen Sendern SWR1, SWR2, SWR3, SWR4, DASDING und SWRinfo die privaten Programme bigFM worldbeats, LiveRadio, Schwarzwald Radio und egoFM zu hören.

Dazu kommen in den Großräumen Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Stuttgart, Heilbronn und Ulm zwölf zusätzliche, bundesweit ausgestrahlte private und öffentlich-rechtliche digitale Radiosender. Über 90 Prozent der Haushalte in Baden-Württemberg können so bereits Digitalradio empfangen.

Auch im Auto gewinnt DAB an Bedeutung
Nach anfänglichem Zögern setzen auch die Autohersteller jetzt konsequent auf Digitalität. So kann bei nahezu allen Neuwagen auch DAB+ als Ausstattung gewählt werden. Eine Option, die zunehmend auch genutzt wird, jedes vierte Digitalradio in Deutschland wird ins Auto eingebaut. Viele PKW sind zudem nachträglich mit einem kleinen Zusatzgerät nachrüstbar. Die Zahl der Autos mit DAB+-Gerät hat sich so binnen eines Jahres verdoppelt, so der Digitalisierungsbericht der Medienanstalten.

Auch die Verkaufszahlen der Geräte steigen an. Über 350 verschiedene Modelle sind auf dem Markt, in diesem Jahr werden nach gfk-Prognose über 800.000 digitale Radios über den Ladentisch wandern, 200.000 mehr als noch im letzten Jahr. Insgesamt sind dann fünf Millionen Endgeräte laut Digitalisierungsbericht „auf Empfang“.

„Die Zahlen zeigen, dass Digitalradio im Trend liegt. Außerdem sind die Geräte extrem einfach zu bedienen. Wer sich ein modernes Radio mit DAB+ kauft, hat einfach nur Mehrwert und keine Nachteile,“ sagt Michael Reichert vom ARD-Projektbüro Digitalradio, das die Marketing-Aktivitäten koordiniert.

Marketingoffensive für das Weihnachtsgeschäft
Im Fokus des Digitalradio-Marketings ist jetzt das Weihnachtsgeschäft: Bis 15. Dezember gibt es eine ausgedehnte Kampagne in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Auf 531 Großflächen in ganz Bayern, auf Infoscreens in Einkaufszentren und weit über 200 Screens an Bahnhöfen in beiden Bundesländern wird die Programmvielfalt im Digitalradio und dessen Vorteile mit dem Claim „Ich will es einfach!“ beworben. SWR4 BW begleitet die Kampagne mit Verlosungen on Air ebenso wie die privaten Programme. Mit Hitradio Ohr und Schwarzwald Radio und als Gesellschafter des DAB-Angebotes egoFM in Baden-Württemberg setzt Geschäftsführer Markus Knoll gleich mit drei Sendern landesweit auch auf die digitale Verbreitung. Für ihn steht fest: „Für neue Technologien bedarf es Mut und Entschlossenheit. Der Rest geht oftmals viel schneller, als Skeptiker erwarten. Die stehen noch heute mit Tränen in den Augen vor ihrem Schallplattenspieler und stauben ihre VHS-Cassetten ab!“

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