ARD startet Mitte 2017 eigene Audio-App für Wortradioinhalte

Die ARD wird ab Mitte 2017 eine eigene Audio-App anbieten, in der sie ihr Hörfunkangebot bündeln will. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den wortbasierten Angeboten der ARD-Hörfunkwellen und den Programmen des Deutschlandradios. Die ARD ist im europäischen Vergleich eher ein Spätstarter, die BBC bietet schon länger ein vergleichbares Angebot.

Wappler: „Die ganze ARD im Hörfunk auf einen Klick“
„Mit dieser App gibt es zum ersten Mal die ganze ARD im Hörfunk – auf einen Klick“, so ARD-Hörfunkkommissionsvorsitzende Nathalie Wappler. „Das Angebot ist in seiner ganzen Vielfalt personalisierbar, kuratiert und fasst damit auf eine einzigartige Art und Weise zusammen, was rund 36 Millionen Menschen in Deutschland täglich linear nutzen: nämlich Radio. Natürlich werbefrei – und ohne dass Nutzer mit ihren Daten bezahlen müssen.“

Die ARD-Audio-App wird einen direkten Zugang zu ausgewählten Audioproduktionen der ARD bieten. Die App soll sich auf wesentliche Funktionen  konzentrieren und so eine intuitive Nutzerführung gewährleisten. Die ARD hat damit informations- und kulturinteressierte Mobilnutzer im Blick.

Gerätebasierte Empfehlungen aufgrund von Interessenfeldern
Die App wird gerätebasierte Empfehlungen anbieten. Der Nutzer kann aber auch Interessensfelder angeben, durch diese Angaben werden ihm in einem fortlaufenden Stream, den die ARD „Autopilot“ nennt, für ihn relevante Inhalte angeboten.

Die ARD-App bietet viele weitere Funktionen wie man sie von Streaminganbietern wie Spotify bereits kennt. Es wird redaktionelle Empfehlungen,  eine Suchfunktion und Kategorien geben. Dazu kommen Sammlungen mit Inhalten für bestimmte Lebenssituationen – Radio hören zum Joggen oder zum Einschlafen. Zum Funktionsumfang gehören darüber hinaus u.a. das Abonnieren von Podcasts, eine Merkliste und die Möglichkeit, Beiträge auf das Smartphone zur Offlinenutzung herunterzuladen.

Wille: „Diese Vielfalt ist einzigartig in Deutschland“
„Diese Vielfalt ist einzigartig in Deutschland – so etwas kann kein Streamingdienst bieten,“ so die ARD-Vorsitzende, MDR-Intendantin Karola Wille: „Mit der Audio-App geht die ARD einen weiteren Schritt auf ihrem Weg als vernetztes, föderales Content-Netzwerk, das auch in der digitalen Welt seinen Auftrag für alle erfüllt: Informieren und unterhalten. In ihrer Vielstimmigkeit ist die ARD-Audio-App eine Wahrnehmungsschule der Differenzierung, die aus Echokammern Hallräume macht.“

Weniger begeistert zeigt sich der Privatradioverband VPRT und fordert ein Einschreiten der Politik. Der Wettbewerb im dualen Rundfunksystem gerate mit der neuen ARD-Wort-App weiter in Schieflage.

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