WDR plant digitalen Umstieg: Dreistufentest für das MausRadio gestartet

Der WDR-Rundfunkrat hat offiziell das Prüfverfahren für die Zukunft des „MausRadio“ eingeleitet. Damit geht die geplante Umstellung des Kinderprogramms in die entscheidende Phase. Hintergrund der Prüfung ist das Vorhaben des Westdeutschen Rundfunks, das werbefreie Angebot für Grundschulkinder ab Januar 2027 nicht mehr über das digitale Antennenradio DAB+ auszustrahlen. Stattdessen soll das Programm künftig ausschließlich als linearer Webstream im Internet verbreitet und fest in die Audiothek „ARD Sounds“ integriert werden.

Da der Reformstaatsvertrag eine Reduzierung der terrestrisch verbreiteten Hörfunkwellen vorsieht, ist bei der Überführung eines Senders in ein reines Online-Audioangebot ein sogenannter Dreistufentest gesetzlich vorgeschrieben. In diesem Verfahren muss das Aufsichtsgremium prüfen, ob der Wechsel ins Netz vom öffentlich-rechtlichen Auftrag gedeckt ist. Dabei stehen drei zentrale Kriterien im Fokus: der gesellschaftliche Bedarf für ein reines Online-Angebot, der qualitative Beitrag zum publizistischen Wettbewerb sowie der damit verbundene finanzielle Aufwand. Auch mögliche Auswirkungen auf private Mitbewerber im Audiomarkt werden in diesem Rahmen untersucht.

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, hat der Rundfunkrat die „Sachkommission Dreistufentest“ unter dem Vorsitz von Corinna Blümel eingesetzt. Diese Arbeitsgruppe prüft das inhaltliche Konzept fachlich und rechtlich. Zusätzlich wird ein unabhängiges wissenschaftliches Marktgutachten in Auftrag gegeben, um die neutralen Auswirkungen auf den Medienmarkt abzuschätzen. Parallel dazu ist die Öffentlichkeit aufgerufen, sich am Prozess zu beteiligen. Bis zum 30. April 2026 können Privatpersonen, Verbände und Unternehmen Stellungnahmen abgeben und ihre Sichtweise, etwa zur veränderten Mediennutzung von Kindern, einbringen.

Der Rundfunkratsvorsitzende Rolf Zurbrüggen erklärte dazu, dass der Rat mit diesem Schritt seiner gesetzlichen Verpflichtung nachkomme. Es gehe vor allem darum, Transparenz herzustellen und abzusichern, dass das Kinderangebot seine Zielgruppe auch künftig auf dem geeignetsten Weg und in der notwendigen Qualität erreicht. Das vollständige Telemedienänderungskonzept der Intendantin sowie alle Informationen zur Teilnahme am Verfahren wurden bereits veröffentlicht.

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