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Trendberuf Sprecher – besondere Stimmen für Radio, TV und Werbung

Sprecher arbeiten überall dort, wo es etwas zu hören gibt. Neben Fernsehen, Kino und Radio sind Vertonungen für das Internet zunehmend gefragt. Immer mehr Unternehmen sind dort vertreten und präsentieren sich zeitgemäß mit einem Vorstellungsvideo. Aber auch für Events, Messen, Busse, Telefonschleifen oder E-Learnings wird Gesprochenes benötigt. Das Tätigkeitsfeld eines Sprechers ist vielseitig. Der Beruf wirkt auch auf junge Leute äußerst attraktiv.

Welche Qualitäten sollten Berufseinsteiger mitbringen?

Die Stimme ist für einen Sprecher sein wichtigstes Kapital. Eine klare Stimmfarbe und eine dialektfreie, saubere Aussprache sind deshalb ein Muss. Ist Letztere noch nicht perfekt, helfen Sprachtrainings und viel Übung beim Feinschliff. Ein gutes Gehör ist für die Selbstübung ebenfalls hilfreich. Weiterhin sollten Textverständnis, Lesekompetenz und Grammatik gut ausgeprägt sein, da ein Sprecher in der Lage sein muss, Texte nur mit kurzer oder völlig ohne Vorbereitungszeit einzusprechen.

Eine Ausbildung im klassischen Sinne gibt es nicht. Mit Engagement und etwas Glück kann der Beruf des Sprechers dennoch zum Traumjob werden. Viele Sprecher beginnen ihren Weg mit einer Ausbildung als Schauspieler und fokussieren sich anschließend auf das Sprechen. Ein anderer Weg führt über spezielle Sprecher-Schulen und Akademien. In diesen lernen Interessierte, wie sie ihre Stimme in verschiedenen Situationen richtig einsetzen und Emotionen vermitteln. Eventuell bietet sich auch ein sogenanntes Volontariat an. Diese Möglichkeit bieten zum Beispiel Radiosender an.

Wo werden Sprecher eingesetzt?

Sprecher finden Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen. Immer, wenn wir in den Medien eine Stimme hören, ist dies die Stimme eines professionellen Sprechers – ob TV-Werbung, Kino, Radio, Hörbuch, Online-Audio oder Computerspiel. Schauen wir uns drei bekannte Sprecher-Typen einmal genauer an:

Der Synchronsprecher

Der Beruf des Synchronsprechers ist in aller Munde. Aktuell lässt sich mit dem Synchronsprechen, auch als „Dubbing“ bezeichnet, gutes Geld verdienen. Der Grund dafür sind Streaming-Dienste wie Amazon und Netflix, die den deutschen Markt mit US-Serien geradezu überfluten. Diese werden synchronisiert. Gleiches gilt für Filme und Dokus aus dem Ausland. Auch hier gibt es einen passenden Doku-Synchronsprecher. Je nach Stimmcharakter und Stimmalter lassen sich auf diese Weise unterschiedliche Atmosphären schaffen – von der gemütlichen Wohnstube bis zum gefährlichen Dschungel. Der Sprecher für Dokumentation vertont den Beitrag, sodass dieser im deutschsprachigen Kino oder Fernsehen ausgestrahlt werden kann. Ziel ist es, den Film einer noch größeren Zielgruppe zugänglich zu machen.

Synchronsprecher müssen bei der Synchronarbeit sowohl auf einen wirkungsvollen Ausdruck als auch auf Lippen-Synchronität achten. Um die Arbeit professionell umsetzen zu können, ist schauspielerisches Talent eine wichtige Voraussetzung. Deshalb sind Synchronsprecher oft gleichzeitig Schauspieler, die ihre Stimme als professionelle Sprecher einsetzen, um Zeichentrickfilme, Filme oder auch Natur-Dokus mit der gewünschten Sprache zu versehen.

Bekannte Schauspieler werden in den jeweiligen Ländern aufgrund ihres hohen Wiedererkennungswertes übrigens häufig von demselben Synchronsprecher gesprochen. Zu den prägnantesten Stimmen im deutschen Synchronbereich zählen die von Tobias Meister (Dwayne ‚The Rock‘ Johnson), Volker Brandt (Michael Douglas), Manfred Lehmann (Bruce Willis), Norbert Langer (Tom Selleck) und Bettina Weiß (Sandra Bullock). Daneben gibt es viele weitere Stimmen, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind prägnant und verleihen damit einer neuen Produktion einen einzigartigen Charakter.

Foto: pixabay.com © Broesis

Der Beruf des Sprechers ist spannend und vielseitig.

Der Radiosprecher

Beim modernen Radio gibt es nicht nur einen einzelnen Radiosprecher, der im Studio steht und in das Mikrofon spricht. Stattdessen führen ein Radiomoderator, ein Nachrichtensprecher und die sogenannte Stationvoice durch das Programm.

  • Radiomoderator: Das Bindeglied zwischen Radiosender und Radiohörer ist der Radiomoderator. Dieser hält im Studio alle Regler in der Hand und spielt die Musik, die ihm die Musikredaktion bereitgestellt hat. Der Radiomoderator ist „die Stimme am Mikrofon“. Gelegentlich wird er auch zum Reporter und berichtet bei besonderen Events vor Ort. Ein Moderator schreibt seine Moderationen selbst beziehungsweise passend für sich um. Deshalb braucht er neben einer angenehmen Stimme auch Know-how als Texter. Er sollte nicht zuletzt über ein gutes Allgemeinwissen verfügen, schlagfertig und sprachgewandt sein. Gleichzeitig sollte er aufmerksam zuhören und auf seine Gesprächspartner eingehen können. Ein gewisses Improvisationstalent und Einfühlungsvermögen runden das Profil des Radiomoderators ab.
  • Nachrichtensprecher: Den informativen Teil in einem Radiosender übernimmt ein Nachrichtensprecher. Dieser präsentiert die Nachrichten, die er auf Basis der ihm vorliegenden Informationen im Vorfeld oft selbst schreibt. Auch er braucht neben seiner Stimme also ein gutes Textgefühl sowie journalistische Fähigkeiten.
  • Stationvoice: Wir hören sie ständig im Fernsehen und Radio – die Stationvoice. Sie läuft oft mittendrin, beim Programmhinweis oder vor der Werbung. Es ist die Werbestimme eines Radio- oder Fernsehsenders, die dessen Image prägt. So kann es sein, dass ein jugendlicher Sender für sein Programm eine junge Stationvoice wählt, während ein Sender mit älterem Zielpublikum auf eine ältere Stimme setzt, um die Zielgruppe besser zu erreichen. Die Stationvoice spricht die Rahmenelemente eines Programms: Intros, Outros, Trailer und Promos. Auch hinter der Stationvoice steht ein professioneller Sprecher, der mit den Programmbereichen Produktion und On-Air-Promotion zusammenarbeitet.

Radiosprecher werden sowohl in Deutschland als auch in unseren Nachbarländern Österreich und der Schweiz regelmäßig gesucht.

Der Hörbuch-Sprecher

Ein weiterer beliebter Beruf ist der Hörbuch-Sprecher. Dieser Sprecher verfügt meist schon über eine gewisse Routine und ist nicht selten auch als Synchronsprecher tätig. Die wichtigsten Voraussetzungen, die ein Hörbuch-Sprecher mitbringen muss, sind Konzentration, Durchhaltevermögen und ein wenig schauspielerisches Talent.

Hörbücher und Hörspiele zeichnen sich nicht nur durch ihre lustigen oder spannenden Inhalte aus, sondern auch durch die Personen, die diese vortragen. Bei der Produktion werden besondere Erfolge mit Inhalten erzielt, die eine bekannte Persönlichkeit mit einer prägnanten Stimme spricht. Bekannte Namen beziehungsweise Stimmen aus diesem Bereich sind Peter Lontzek, David Nathan, Sabine Arnhold oder Tim Moeseritz.

Foto: pixabay.com

Radiomoderatoren führen ihre Zuhörer durch das Programm.

Sprecher als Beruf: Spannend, fordernd und abwechslungsreich

Ganz gleich, welchen Weg ein angehender Sprecher einschlägt: Wer es in der Branche zu etwas bringen will, muss persönlichen Einsatz zeigen und stetig an sich arbeiten. Es kommt darauf an, sich und seine Stimme gut zu vermarkten, Kontakte zu knüpfen und die sich bietenden Chancen zu ergreifen. Neben professionellen Sprachtrainings lassen sich durch zahlreiche kleine und große Engagements Erfahrungen, Routine und Referenzen sammeln.

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