Radio WSW: UKW-Aus und Rückzug vom NKL-Status

Der Veranstalter von Radio WSW hat die Verbreitung über UKW zum 31. Dezember 2025 eingestellt. Damit endet nicht nur die analoge Ära des Senders, sondern auch ein viel diskutierter strategischer Ausflug in den nichtkommerziellen Rundfunk.

Wie die SLM gegenüber Flurfunk mitteilte, ist die UKW-Zuweisung regulär ausgelaufen. Der Veranstalter habe sich bewusst gegen einen Verlängerungsantrag entschieden. Stattdessen setzt der Veranstalter ab dem 1. Januar 2026 rein auf die digital-terrestrische Verbreitung via DAB+ im regionalen Verbreitungsgebiet der Kreisfreien Stadt Dresden sowie den Landkreisen Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Frank Haring, geschäftsführender Gesellschafter, nannte gegenüber der radioWOCHE konkrete Gründe für diesen drastischen Schritt. Ausschlaggebend seien demnach der Wegfall der Programmförderung für nichtkommerzielle Lokalradios sowie generell die fehlende wirtschaftliche Perspektive für einen Lokalsender am Standort Weißwasser.

Mit dem Technologiewechsel geht eine stille Umbenennung einher. Das verbleibende Programm sendet nun unter der Kennung „Radio Sachsen Eins“. Damit reiht sich der Sender namentlich in die Riege der DAB+-Programme in Leipzig und Chemnitz ein, die zur Sachsen-Fernsehen-Gruppe gehören. Eine solche Namensänderung ist laut SLM nicht genehmigungspflichtig.

Branchenintern dürfte vor allem der lizenzrechtliche Hintergrund von Interesse sein. Der Versuch, das Programm als nichtkommerzielles Lokalradio (NKL) zu betreiben, wurde offiziell beendet. Die SLM bestätigte, dass einem entsprechenden Antrag auf Lizenzänderung stattgegeben wurde. Radio WSW hatte erst im Sommer 2023 den Status als NKL beantragt, um Zugriff auf Fördermittel des Freistaates zu erhalten.

Diese Rahmenbedingungen haben sich jedoch mit dem aktuellen Staatshaushalt 2025/2026 geändert. Zwar stellt Sachsen weiterhin 1,5 Millionen Euro für die Inhalte-Förderung bereit, die gesetzliche Aufteilung der Gelder sieht jedoch keine zwingende Unterstützung der NKL aus diesem Topf mehr vor. Mit der Rückgabe des NKL-Status und der Einstellung des UKW-Betriebs zieht der Veranstalter nun die Konsequenzen aus der veränderten Fördersituation und der Marktlage.

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