
Zum Bundesweiten Warntag haben Deutschlandradio und der Sendernetzbetreiber Media Broadcast einen neuen Dienst für Krisen- und Notfallmeldungen in Betrieb genommen. Das System trägt die Bezeichnung „ASA DE“ und nutzt den bundesweiten DAB+-Multiplex auf Kanal 5C. Entwickelt wurde das Angebot in enger Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), um den nationalen Warnmittelmix über den Digitalradiostandard auszubauen.
Technisch basiert das System auf dem Standard „Automatic Safety Alert“ (ASA) und dockt direkt an das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes an. Wird im Katastrophenfall eine Meldung über MoWaS veranlasst, werden die entsprechenden Audioinformationen und Verhaltenshinweise auf die betroffenen Regionen zugeschnitten über den Digitalfunk ausgestrahlt.
Für das Publikum unterscheidet sich die Nutzung je nach Gerätegeneration. Empfänger mit ASA-Zertifizierung reagieren selbstständig auf Gefahrenlagen: Sie schalten bei einer Warnung automatisch aus dem Standby-Modus ein oder wechseln im laufenden Betrieb vom bisher gehörten Programm auf den Kanal ASA DE. Auf herkömmlichen Digitalradios ohne diese Funktion lässt sich der Dienst nach einem Sendersuchlauf als eigenständiger Audiokanal manuell anwählen.
Für Programmveranstalter und die Radiobranche unterstreicht das Projekt den Stellenwert des Rundfunks als krisenfeste Säule in der öffentlichen Informationsinfrastruktur. Da die Signalübertragung über terrestrische Senderketten läuft, bleibt das System unabhängig von Mobilfunknetzen und Internetverbindungen erreichbar – ein wesentlicher Faktor bei Stromausfällen oder überlasteten Telekommunikationsnetzen. Nach dem heutigen Start befindet sich der Dienst bundesweit in der regulären Einführungsphase.