
Der Sendernetzbetreiber Divicon Media stellt mit „Divicon digital“ eine neue Plattform vor, die klassische Radioverbreitung enger mit digitalen Ausspielwegen verzahnen soll. Das Angebot richtet sich gezielt an Programmveranstalter, die ihre Distributionskosten überprüfen und den schrittweisen Übergang von UKW hin zu DAB+, Webstreaming und mobilen Applikationen planen.
Für die technische Umsetzung greift Divicon Media auf Lösungen zweier etablierter Partner zurück. Aus Leipzig steuert die Audalaxy GmbH Werkzeuge für digitales Audio, Playout, Datenanalyse, Podcast-Infrastruktur und Werbetechnologien bei. Das Berliner Unternehmen Konsole Labs bringt seine Anwendungen für mobile Radio-Apps, Webplayer sowie künstliche Intelligenz in das gemeinsame Portfolio ein. Über die gemeinsame Website divicon-digital.de werden diese Bausteine zusammengeführt, um Sendern integrierte Lösungen über alle Kanäle hinweg bereitzustellen.
Hintergrund des Vorstoßes ist der anhaltende Kostendruck im Markt. Divicon-Geschäftsführer Sven Dietrich verweist darauf, dass viele Stationen ihre bestehenden UKW-Netze zunehmend kritisch hinterfragen. Ziel der Plattform sei es, durch fundierte Netzanalysen solche UKW-Frequenzen zu identifizieren, die wirtschaftlich unrentabel sind, um diese schrittweise zugunsten digitaler Verbreitungskanäle zurückzufahren. Auf diese Weise sollen bestehende UKW-Netze ohne nennenswerte Reichweitenverluste bereinigt werden, sodass der analoge Empfang als wirtschaftliche Ergänzung zu DAB+ und Streaming noch eine Zeit lang tragfähig bleibt. Eine zukunftsfähige Audiostrategie erfordere maßgeschneiderte Konzepte, die alle Übertragungswege gemeinsam betrachten.
Auch die Partner betonen die veränderten Nutzungsgewohnheiten im Radiomarkt. Marko Elsner, CSO von Audalaxy, sieht in der Zusammenarbeit die Chance, digitale Audioprodukte fest mit der UKW- und DAB+-Infrastruktur zu verbinden. Maximilian Knop, Geschäftsführer von Konsole Labs, hebt hervor, dass sich die Verteilung zwischen UKW, DAB+, Web und Apps je nach Zielgruppe und Hörsituation stark verschiebe. Die gebündelte Plattform soll Sendern dabei helfen, diese Zielgruppen über die jeweils passenden Endgeräte zu erreichen.