Neue DAB+-Ausschreibung für Berlin und Brandenburg: Fokus auf Regionalisierung

Der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat am 3. März 2026 eine neue Ausschreibung für DAB+-Übertragungskapazitäten auf den Weg gebracht. Ziel ist die landesweite Verbreitung privater Hörfunkprogramme in Berlin und Brandenburg über insgesamt sechs regionale Multiplexe. Diese neue Struktur wird die bisherigen Kapazitäten auf den Kanälen 10B und 12D ersetzen, die künftig nicht mehr als rein landesweite Multiplexe zur Verfügung stehen. Die Zuweisung umfasst voraussichtlich vier Kapazitäten für private Anbieter, wobei zusätzlich jeweils ein Platz für das Angebot von ALEX Berlin sowie für den nichtkommerziellen Lokalhörfunk reserviert ist.

Für Radiomacher bedeutet die Ausschreibung eine technische und redaktionelle Umstellung, da eine Zuweisung eine sechsfache Regionalisierung des Programms voraussetzt. Die Programme müssen für die Regionen West, Südost, Ost, Nordwest, Nordost sowie Berlin inklusive Speckgürtel auseinandergeschaltet werden. Diese Regionalisierung muss regelmäßig im redaktionellen Wortprogramm erfolgen und insbesondere lokale Nachrichten sowie Berichterstattung umfassen. Die mabb gibt vor, dass diese lokalen Fenster möglichst stündlich in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr eingeplant werden sollen. Pro Multiplex wird eine Kapazität von jeweils 54 Capacity Units zugewiesen.

Veranstalter, die an dem Verfahren teilnehmen möchten, müssen ein 24-stündiges Programm anbieten und bereits über eine Rundfunkzulassung als Länderprogramm verfügen oder diese im Rahmen des Antrags mitbeantragen. Die Bewerbungsfrist endet am 13. Mai 2026 um 12:00 Uhr. Anträge können entweder klassisch auf dem Postweg mit eigenhändiger Unterschrift oder digital als PDF mit einer qualifizierten elektronischen Signatur eingereicht werden. Für die Teilnahme am Auswahlverfahren wird eine Verwaltungsgebühr von voraussichtlich 1.000 Euro erhoben.

Der späteste Termin für die Aufnahme des Sendebetriebs ist der 1. September 2028. Da die geforderte Regionalisierung einen erhöhten redaktionellen Aufwand bedeutet, stellt die mabb finanzielle Unterstützung in Aussicht. Es ist geplant, im Jahr 2027 ein spezielles Förderprogramm auszuschreiben, das die Kosten für die lokale Berichterstattung anteilig auffangen soll. Bewerben können sich darauf alle Veranstalter, die im aktuellen Verfahren eine Zuweisung erhalten.

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