
Die Qualität im privaten Hörfunk beginnt bei einer fundierten Ausbildung des Nachwuchses. Um Sender auszuzeichnen, die besonders viel Wert auf journalistische Standards legen, ist heute die bundesweite Ausschreibung für das RADIOSIEGEL 2026 angelaufen. In einer Zeit, in der Desinformation zunimmt und mediale Glaubwürdigkeit immer wichtiger wird, möchte die Initiative damit ein deutliches Zeichen für professionelles Handwerk und die Sicherung der Pressefreiheit setzen.
Im Zentrum der Bewertung steht eine praxisnahe Ausbildung, die sich an fest definierten Qualitätsstandards orientiert. Als Maßstab dient hierfür eine öffentlich einsehbare Checkliste, die Kriterien wie strukturierte Ausbildungspläne, regelmäßige Feedbackgespräche und eine faire Vergütung umfasst. Eine ehrenamtliche Jury aus erfahrenen Medienprofis prüft die Einreichungen und entscheidet darüber, welche Stationen ihren journalistischen Nachwuchs nachhaltig fördern.
Das Besondere an dem Verfahren ist die Perspektive der Bewerbung, denn die Initiative setzt auf das direkte Feedback der Betroffenen. Vorschläge für die Auszeichnung können ausschließlich von den Volontärinnen und Volontären selbst eingereicht werden. Wer mit den Bedingungen am eigenen Sender zufrieden ist und die eigene Ausbildungsstätte für preiswürdig hält, kann die Nominierung bis zum 27. März 2026 über das Online-Formular auf der Webseite www.radiosiegel.de vornehmen.
Die prämierten Sender werden am 3. Dezember 2026 im Rahmen des 10. RadioNetzwerkTags in Frankfurt am Main feierlich geehrt. Neben der Auszeichnung für das Medienhaus wartet auf die Nachwuchskräfte ein besonderer Bonus: Jede ausgezeichnete Station darf eine Person aus dem Volontariat zu einer exklusiven Medienexkursion nach Berlin entsenden. Die Reise bietet tiefe Einblicke in politische Institutionen sowie große Medienhäuser und fördert den direkten Austausch über die Zukunft des Journalismus in der Hauptstadt.
Hinter der Initiative RADIOSIEGEL steht ein breites Bündnis aus mehreren Landesmedienanstalten, Journalistenverbänden wie dem DJV sowie kirchlichen Rundfunkorganisationen und dem Grimme-Institut. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die Professionalität im privaten Radio langfristig zu sichern und damit den nachhaltigen Erfolg der Sender bei den Hörerinnen und Hörern zu garantieren.