
Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) hat den technischen Betrieb ihrer landeseigenen UKW-Sendeinfrastruktur neu vergeben. Die Milling Broadcast Services GmbH verantwortet ab sofort die Wartung, Überwachung und Signalzuführung der 17 Senderstandorte, über die die niedersächsischen Bürgerradios ausgestrahlt werden. Der entsprechende Beschluss der NLM-Versammlung erfolgte bereits Anfang Mai, die technische Migration ist mittlerweile vollständig abgeschlossen.
Für die Programmveranstalter bringt der Betreiberwechsel konkrete technische Anpassungen mit sich. Im Bereich der Signalverarbeitung kommt eine neue Zuführungstechnologie zum Einsatz, die es laut dem neuen Dienstleister ermöglicht, die zulässigen Grenzwerte für Hub und MPX-Pegel optimal auszureizen, ohne die regulatorischen Vorgaben zu überschreiten. Für die Sender resultiert dies in einer höheren Lautheit und einem verbesserten Signal-Störabstand. Darüber hinaus sind Funktionen wie RDS-Dienste und RadioText Plus nun standardmäßig integriert. Dies erlaubt es den Bürgerradios, dynamische Zusatzinformationen wie Sendungstitel oder Interpreten ohne zusätzliche Kosten auf die Empfangsgeräte zu übertragen.
Ein zentraler Aspekt des neuen Netzbetriebs ist die Ausfallsicherheit. Um ununterbrochene Sendeabläufe zu gewährleisten, wurde ein mehrstufiges Redundanzkonzept implementiert. Die Audiosignale erreichen die Senderstandorte parallel über drahtgebundene IP-Verbindungen sowie über Funkstrecken. Sollten diese regulären Kontributionswege ausfallen, greift das System auf einen DAB+-gestützten Empfangsweg oder lokal hinterlegte Notfall-Audiodateien zurück. Zusätzlich ermöglicht eine cloudbasierte Infrastruktur eine schnelle Umschaltung auf Ersatzwege, falls ein Sendestudio beispielsweise durch einen Stromausfall komplett vom Netz gehen sollte.
Die Umstellung der 17 Senderstandorte in Niedersachsen erfolgte deutlich vor der gesetzten Frist. Die NLM hatte den 1. Juli 2026 als Stichtag für den Abschluss der Migration vorgegeben. Nachdem der erste Standort Mitte Juni umgerüstet wurde, konnte das Team der Milling Broadcast Services GmbH die Arbeiten bereits am 26. Juni erfolgreich beenden. Geschäftsführer Christian Milling betonte, dass die komplette Umstellung von der Auftragsvergabe bis zum finalen Standort in lediglich 53 Tagen realisiert wurde, was neben der erhöhten Betriebssicherheit einen reibungslosen Übergang für die Sender und ihre Hörer sichergestellt habe.
