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MDR SACHSEN-ANHALT-Podcast „Von drüben und drüben“: Ost-West-Gesprächen über das Leben in einem Grenzgebiet

Drüben – auch für die beiden Autoren eines neuen Podcasts von MDR SACHSEN-ANHALT war das immer die andere Seite der innerdeutschen Grenze. Für Doreen Jonas der Westen, für Mario Köhne der Osten. „Von drüben und drüben“ heißt der Podcast, in dem die beiden Journalisten aus ihren Jugendjahren erzählen, die unterschiedlicher hätten kaum sein können. Die erste Folge ist jetzt auf mdr-sachsen-anhalt.de erschienen sowie bei Apple Podcasts, Spotify und überall da, wo es Podcasts gibt. Anschließend wird immer dienstags eine neue Folge veröffentlicht.

Inzwischen leben und arbeiten Doreen Jonas und Mario Köhne genau auf der anderen Seite oder switchen hin und her. Und dabei haben sie festgestellt: Auch 30 Jahre nach der Deutschen Einheit gibt es noch immer Missverständnisse zwischen Ost und West. „Weil wir einfach zu wenig voneinander wissen“, sagt Mario Köhne, Jahrgang 1983 und aufgewachsen im niedersächsischen Lingen. „Also reden wir über unsere prägenden Jahre unter völlig verschiedenen Bedingungen und hoffen, dass es uns andere nachmachen“, fügt Doreen Jonas hinzu. Sie ist Jahrgang 1973 und groß geworden in Oebisfelde, im Sperrgebiet unmittelbar an der innerdeutschen Grenze.

Bild: MDR/Max Schörm

Zwischen Lingen und Oebisfelde liegen 300 Kilometer – und über viele Jahrzehnte waren es auch Welten. Oebisfelde lag während der deutschen Teilung im Sperrgebiet der DDR, dem fünf Kilometer breiten Sektor vor den Grenzanlagen. Nach Oebisfelde durften nur die Einwohner und die, die dort arbeiteten. Ausnahmen gab es für enge Familienangehörige – und das auch nur, wenn sie einen gültigen Passierschein hatten. „Es war eine spezielle Kindheit und Jugend.“, sagt Jonas. Rückblickend sieht sie Oebisfelde als „Stadt der Uniformen“, geprägt von Grenzsoldaten, Mitarbeitern von Zoll, Pass und Eisenbahn. Ganz anders wuchs Köhne auf. Lingen liegt zwar auch an einer Grenze, allerdings an der niederländischen. Das Hin und Her zwischen beiden Ländern gehörte für ihn zum Alltag dazu. Und mit Blick auf heute hat sich für ihn eigentlich gar nicht so viel verändert.

In ihrem „Von drüben und drüben“-Podcast geht es um Alltagsgeschichten, kleine Anekdoten, Persönliches – immer im Dialog und neugierig auf den anderen. Natürlich ohne den Anspruch der Vollständigkeit, denn eine Geschichtsstunde sollte es nicht werden, sagen Doreen Jonas und Mario Köhne. Dabei geht es ihnen nicht ums Absolute, vielmehr sind sie sich bewusst, dass jeder seine eigenen Erinnerungen hat. Was aber für ein besseres Verständnis zwischen Ost und West wichtig ist, das ist das Neugierige, das Hinterfragen, das Miteinanderreden. Im Podcast nehmen sich die Autoren einzelne Themen wie Schule, Einkaufen, Essen oder auch Reisen vor. Beide vergleichen: Was war ähnlich, was ganz anders? Was völlig unvorstellbar? Und sie fragen auch: Wie ist das eigentlich heute?

Mit „Von drüben und drüben“ ergänzt MDR SACHSEN-ANHALT sein umfangreiches Spektrum an zeitunabhängig angebotenen Audios um ein weiteres Thema. Zum Podcast-Angebot des Senders gehören bereits unter anderem „Der Tag in Sachsen-Anhalt“ als täglicher kompakter Überblick über das Geschehen im Land, ein Wochenrückblick unter dem Titel „Was bleibt?“, der Musik-Podcast „Kluges Probenraum“, ein „Digital leben“-Podcast sowie je ein Podcast zu den Fußballclubs 1. FC Magdeburg bzw. Hallescher FC.

(Pressemitteilung von MDR SACHSEN-ANALT)

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