
Der MDR-Rundfunkrat hat ein neues Gesicht an seiner Spitze. Am 26. Januar 2026 wählten die Mitglieder Kai Ostermann mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums. Ostermann, der vom Landesjugendring Thüringen entsandt wurde, tritt sein neues Amt am 15. März an. Der Wechsel erfolgt turnusgemäß nach den Vorgaben des MDR-Staatsvertrags, wobei der Vorsitz alle zwei Jahre zwischen den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rotiert.
Kai Ostermann ist in der Gremienarbeit kein Unbekannter. Er gehört dem Rundfunkrat bereits seit Ende 2015 an und leitete zuletzt den Telemedienausschuss. In seiner neuen Funktion will er den Fokus verstärkt auf die digitale Transformation und die Reformagenda der ARD legen. Er betonte nach seiner Wahl, dass der MDR gerade in der digitalen Medienrealität eine besondere Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mitteldeutschland trage. Ziel sei es, die Angebote in Radio, Fernsehen und im Netz konsequent weiterzuentwickeln, um alle Generationen zu erreichen.
Unterstützt wird Ostermann künftig von Dietrich Bauer als erstem Stellvertreter und dem bisherigen Vorsitzenden Michael Ziche als zweitem Stellvertreter. Ziche nutzte die Sitzung für einen Rückblick auf eine bewegte Amtszeit. Er verwies auf die schwierigen Rahmenbedingungen durch den Reformstaatsvertrag und die Debatten um den Rundfunkbeitrag. In den vergangenen zwei Jahren habe man wichtige strategische Weichen gestellt, darunter die Zusammenführung der Programmdirektionen Halle und Leipzig unter der Leitung von Boris Lochthofen, um Ressourcen effizienter zu nutzen.
Der Rundfunkrat fungiert als Kontrollinstanz und soll sicherstellen, dass der MDR seinen gesetzlichen Auftrag erfüllt und dabei die Interessen der Allgemeinheit wahrt. Mit dem Amtsantritt von Kai Ostermann im März rückt nun Thüringen wieder in die Federführung des Gremiums, während der Sender gleichzeitig seinen Entwicklungsplan für die Jahre 2026 bis 2029 umsetzt.