MDR: Boris Lochthofen vor Rückkehr nach Halle-Leipzig

Wie das Medienblog Flurfunk Dresden berichtet, plant Intendant Ralf Ludwig, Boris Lochthofen als Leiter der neu geschaffenen Superdirektion Halle-Leipzig vorzuschlagen. Damit würde ein bekanntes Gesicht zum öffentlich-rechtlichen Sender zurückkehren. Lochthofen war bereits von 2016 bis 2023 als Direktor des Landesfunkhauses Thüringen für den MDR tätig, bevor er nach der verlorenen Intendantenwahl gegen Ludwig in die Privatwirtschaft wechselte.

Die neue Position ist mit einer hohen Verantwortung verbunden, da sie die bisher getrennten Programmdirektionen für Hörfunk in Halle und Fernsehen in Leipzig unter einem Dach vereint. Der künftige Direktor trägt damit die Gesamtverantwortung für die Entwicklung, Planung und Produktion sämtlicher Inhalte des MDR. Die Zusammenlegung der Standorte war bereits Ende 2024 eingeleitet worden, ein erster Versuch, die Leitung intern zu besetzen, scheiterte jedoch im vergangenen Jahr am Widerstand des Rundfunkrats.

Lochthofen bringt für diese Aufgabe umfangreiche Erfahrungen sowohl aus dem öffentlich-rechtlichen System als auch aus der privaten Radiowelt mit. Vor seiner ersten Station beim MDR war er unter anderem Geschäftsführer von Radio PSR und R.SA sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei Regiocast. Zuletzt agierte er als CEO im Beteiligungsnetzwerk von Erwin Linnenbach und Jozsef Bugovics, wo er Unternehmen wie Teutocast und National German Radio leitete.

Trotz der geplanten Nominierung wird es eine Übergangsphase geben. Da die bisherige Direktorin Jana Brandt Mitte Januar aus dem Dienst scheidet, Lochthofen laut dem Bericht aber erst zum 1. April zur Verfügung steht, wird die Leitung vorerst kommissarisch von Christina Herßebroick übernommen. Die finale Entscheidung über die Personalie soll in der Sitzung des MDR-Rundfunkrats am 26. Januar fallen. Es wird erwartet, dass der Intendant seinen Vorschlag vorab in den jeweiligen Landesgruppen präsentiert.

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