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Insektenzeit: So halten Sie ungebetene Gäste fern

In den warmen Sommermonaten haben Insekten Hochkonjunktur. So manche Flug- und Krabbeltiere können nun äußerst unangenehm werden und auch Krankheitsüberträger sein. Ein Schutz vor den Plagegeistern ist jedoch mit recht simplen Mitteln umsetzbar.

Foto: pixabay.com

Nervige Wespen, schlafstörende Mücken, Zeckenstiche und unappetitliche Spinnfäden in Lebensmitteln: Es gibt so einige negative Begleiterscheinungen, die die wärmere Sommerzeit mit sich bringt. Typischen Problemen mit Insekten lässt sich allerdings ohne großen Aufwand begegnen. Hilfreich ist dabei vor allem, die konkreten Bedürfnisse des jeweiligen Insekts oder Parasiten zu kennen.

Schutz gegen Wespenstiche

Besonders lästig sind zudringliche Wespen. Wissenswert ist, dass sich die Tiere in erster Linie gar nicht für die angeflogene Person als solches interessieren, sondern lediglich Ausschau halten, ob es in der Nähe etwas zu essen gibt. Ein möglichst ruhiges Verhalten ist hierbei eine wesentliche Grundbedingung, dass das Stechinsekt ebenfalls entspannt bleibt und sich schnell wieder verzieht.

Wird im Freien getrunken und gegessen, sollten insbesondere gezuckerte Lebensmittel bedeckt werden. Zudem ist darauf zu achten, dass das Tier bei der Nahrungsaufnahme nicht versehentlich in den Mundraum gelangt.

Empfehlenswert im Außenbereich ist auch, möglichst wenig Duftsignale zu schaffen. Dazu gehört, Nahrungsmittel nach dem Verzehr wegzuräumen. Verzichtet werden sollte allgemein auch auf parfümierte Kosmetik, da sie ebenfalls die Neugierde von Wespen weckt. Neutral riechende Pflegeprodukte sind im Sommer die bessere Option.

Verschließbare Essbehälter & Fliegengitter: Tipps gegen Mehlmotten, Fruchtfliegen und Mücken

In der warmen Jahreszeit stehen üblicherweise häufiger die Fenster offen, durch die sich verschiedene ungebetene Gäste im Zuhause einfinden, beispielsweise Mehlmotten und kleinere Fruchtfliegen. Auch hier ist das vorhandene Nahrungsangebot entscheidend.

Werden essbare Dinge immer verschlossen aufbewahrt, reduziert sich der unerwünschte Besuch erkennbar. Bei bereits fortgeschrittenem Mehlmottenbefall ist es wiederum hilfreich, unbedingt die Quelle des Übels ausfindig zu machen und zu beseitigen. Oft handelt es sich um einen wahren Klassiker: eine ältere, geöffnete Müsli-Packung. Gerne besiedelt werden unter anderem aber auch Tüten mit Tier-Trockennahrung, getrockneten Früchten oder Sonnenblumenkernen. Wer Lebensmittelmotten langfristig loswerden möchte, vermeidet am besten offene Packungen und füllt die Reste in unzugängliche Behältnisse um.

Gegen Stechmücken hingegen hilft auch die größte Ordnung und Hygiene im Haushalt nichts. Denn hier ist der Mensch selbst beziehungsweise eine Blutmahlzeit das Objekt der Begierde – völlig unabhängig davon, ob nachts das Licht eingeschaltet ist oder nicht. Ein täglicher Gebrauch von Mückensprays zu Hause ist nicht empfehlenswert. Eine praktikablere Möglichkeit für den Wohnbereich sind Fliegengitter als Mückenabwehr, die in die Fensteröffnung mit Haken einhängt werden. Die Fenster können dann im Sommer bei Bedarf geöffnet werden und auch offenbleiben, ohne dass unerwünschter Besuch befürchtet werden muss. Alternativ zum Fliegengitter können zum Beispiel auch Netze mit Klettband am Fenster befestigt werden.

Besondere Vorsicht vor Zecken

Zecken zählen biologisch zwar zu den Milben und nicht zu den Insekten, stellen aber als Träger verschiedener Krankheiten eine ganz besondere Gefahr im Sommer dar. Eine mögliche Erkrankung ist die Lyme-Borreliose, die im fortgeschrittenen Stadium zu starken Gelenk- und Muskelschmerzen bis hin zu Herzerkrankungen führen kann sowie die noch gefährlichere Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhaut. Neuere eingeschleppte Arten wie Hyalomma-Schildzecken können auch noch andere Krankheiten wie das Fleckfieber übertragen, auch wenn in Deutschland aktuell nur wenige Fälle bekannt sind.

Bei Ausflügen im Wald, durch höherstehende Gräser und Unterholz empfiehlt sich unbedingt geschlossene Bekleidung und festes Schuhwerk zu tragen. Die Socken sollten dabei über die Hosen gezogen werden. Das Tragen von heller Kleidung ist dabei besonders von Vorteil, da die dunklen Tiere so besser rechtzeitig erkannt und beseitigt werden können. Zusätzlich sollte ein Zeckenspray verwendet werden – idealerweise ein Kombi-Präparat, das praktischerweise zugleich vor Stechmücken schützt. Nach Naturausflügen sollte der Körper immer auch abschließend auf Zeckenbefall abgesucht werden.

Stichverletzungen richtig behandeln

Stiche einer Wespe, Biene oder Mücke werden klassischerweise mit Kälte behandelt. Ein Kälte-Pad oder auch eine kühlende Salbe lindern Schmerzen, Brennen und Juckreiz. In den vergangenen Jahren hat es sich aber durchaus auch durchgesetzt, die Einstichstelle mit Wärme zu behandeln, zum Beispiel mit einem Hitzestift aus der Apotheke. Beide Methoden stoppen die Entzündungsprozesse. Bei der Wärme-Methode beruht der Heilungseffekt lediglich darauf, dass das Juckreiz auslösende Protein des Insektengifts zersetzt wird. Unabhängig von der gewählten Behandlung ist bei Bienenstichen darauf zu achten, dass zuvor noch der Stachel herausgezogen wird.

Umgehend entfernt werden müssen auch Zecken, um die Übertragungszeit von Krankheiten während des Saugvorganges zu verringern. Dabei ist die richtige Vorgehensweise entscheidend, die wahlweise mit einer Pinzette oder Zeckenkarte erfolgt. Auch sollte die Stichstelle danach sorgfältig desinfiziert werden.

Treten danach dennoch Beschwerden auf, wie zum Beispiel grippeähnliche Symptome, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei starken Rötungen ist besondere Vorsicht angeraten. Dann sollte schnellstmöglich eine spezialisierte Arztpraxis oder Klinik-Fachabteilung für Borreliose aufgesucht werden, die über konkrete Diagnose-Möglichkeiten verfügt. Nur eine Blutanalyse im Zusammenspiel mit einer fachkundigen Gesamtbetrachtung der körperlichen Beschwerden liefert einen zuverlässigen Befund, um rasch mit einer Therapie zu beginnen und chronische Krankheitsverläufe zu verhindern.

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