
Zum 31. Oktober 2026 endet für die nichtkommerziellen Bürgerradios in Hessen die Verbreitung über UKW. Die Landesmedienanstalt Hessen hat die entsprechenden Verträge mit den Sendernetzbetreibern aus finanziellen Gründen gekündigt. Betroffen von der Abschaltung sind Radio Darmstadt, Radio RFM, Freies Radio Kassel, Radio Unerhört Marburg, Radio Rüsselsheim und Radio RheinWelle. Die Entscheidung wurde von den Sendern selbst nicht getroffen, sondern von der Medienanstalt vorgegeben, die auch die bisherigen Verbreitungskosten getragen hat.
Für Radiomacherinnen und Radiomacher sowie für die Hörerinnen und Hörer bedeutet dies einen historischen Einschnitt, da altbekannte UKW-Frequenzen wie die 90,1 Megahertz in Marburg oder die 103,4 Megahertz in Darmstadt nach Jahren fixer Verbindung zum Programm stumm bleiben. Die Sender betonen jedoch einheitlich, dass sie keineswegs verschwinden, sondern ihre terrestrische Verbreitung vollständig auf den Nachfolgestandard DAB+ sowie auf Online-Streamingwege verlegen.
Technisch bringt der Umstieg auf DAB+ für viele Stationen eine deutlich verbesserte Abdeckung des Sendegebiets mit sich. So sendet Radio RFM künftig über den Kanal 6A vom Hohen Meißner aus, wodurch neben Nord- und Mittelhessen teilweise auch Südhessen erreicht wird. Die Radios rufen ihr Publikum dazu auf, Sendersuchläufe an den Digitalradios durchzuführen, um die Programme unter den gewohnten Namen wie Unerhört oder RFM wiederzufinden. Neben stationären Geräten und Autoradios, die in Neufahrzeugen ohnehin seit Jahren verpflichtend mit DAB+ ausgestattet sind, spielen auch Webradios, Audiotheken und mobile Streamingangebote eine immer wichtigere Rolle für die Zukunft des Offenen Rundfunks in Hessen.