
Die flämische Regierung hat eine wichtige Hürde für die Zukunft des lokalen Hörfunks genommen und einem ersten Entwurf für einen DAB+-Frequenzplan zugestimmt. Damit zeichnet sich für die Betreiber kleinerer Radiostationen in der Region endlich eine langfristige Perspektive ab, um ihre Programme neben UKW auch digital verbreiten zu können. Bisher waren lokale Anbieter in Flandern weitgehend auf Pilotprojekte beschränkt, während nun eine strukturelle Lösung für den gesamten Sektor angestrebt wird.
Die zuständige Medienministerin Cieltje Van Achter betonte die Bedeutung dieses Schrittes. Lokale Sender seien ein unverzichtbarer Teil der Medienlandschaft, da sie die Menschen mit Nachrichten und Geschichten aus ihrer unmittelbaren Umgebung versorgen. Mit dem neuen Plan erhalten diese Stationen nun die notwendige Planungssicherheit für den digitalen Umstieg. Die Ausarbeitung des Frequenzplans galt als technisch anspruchsvoll, da Flandern zunächst nicht über ausreichend freie Kapazitäten verfügte. Zudem mussten langwierige Verhandlungen mit Nachbarländern und den anderen Gemeinschaften Belgiens geführt werden, um gegenseitige Störungen auszuschließen.
Der Entwurf sieht vor, dass alle 132 lokalen Sendekapazitäten, die derzeit im UKW-Bereich existieren, auch im digitalen Frequenzplan Platz finden. Um eine effiziente Nutzung zu gewährleisten, wird jede Provinz in zwei geografische Blöcke aufgeteilt, etwa in eine Nord- und eine Südregion oder eine Ost- und eine Westsektion. Auf diese Weise sollen ausreichend große Sendegebiete entstehen, die gleichzeitig technisch stabil funktionieren.
Trotz der grundsätzlichen Zustimmung der Regierung handelt es sich bei diesem Beschluss um einen ersten formalen Schritt. In den kommenden Monaten müssen die Details der Zuweisung weiter ausgearbeitet werden, bevor die endgültigen Entscheidungen über den Sendestart der einzelnen lokalen Ensembles fallen können. Für die flämischen Radiomacher bedeutet die aktuelle Entwicklung jedoch ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit ihrer Stationen.