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Die Doppelmasten in Liblice galten als die höchsten Bauwerke Tschechiens und prägten über viele Jahrzehnte die AM-Verbreitung in Mitteleuropa. Mit dem fortschreitenden Rückzug der Programmanbieter von der Mittelwelle und dem wachsenden Fokus auf moderne digitale Verbreitungswege verloren die gigantischen Konstruktionen jedoch vollständig ihre technische Notwendigkeit. Zuletzt gab es weder Anfragen von Rundfunksendern für eine weitere Ausstrahlung noch Kaufinteressenten, die das Gelände hätten übernehmen wollen.
Ein dauerhafter Erhalt der Masten ohne Sendebetrieb erwies sich als wirtschaftlich nicht tragbar. Die Kosten für eine zwingend fällige Generalsanierung sowie die laufende Instandhaltung hätten nach Betreiberangaben Hunderte Millionen Kronen verschlungen. Wie České Radiokomunikace im Vorfeld erklärte, war der Schritt für viele Branchenkenner zwar schmerzhaft, aus Sicht der kaufmännischen Verantwortung für die verbleibende Infrastruktur aber unvermeidlich. Mit dem Fall der Masten verschwindet ein markantes technisches Denkmal, das Radiomachern weit über die Grenzen des Landes hinaus über Generationen hinweg ein Begriff war.