Drohendes Aus für Funkturm in Halle: Rundfunkverbreitung und Katastrophenschutz vor Problemen

Dem terrestrischen Rundfunk in Halle an der Saale droht ein empfindlicher Einschnitt. Grund dafür ist das Auslaufen des Mietvertrags für den traditionsreichen Funkturm in der Dieselstraße. Nach rund zwanzig Jahren Betrieb hat die Energieversorgung Halle als Tochter der Stadtwerke den Vertrag mit der Deutschen Funkturm GmbH nicht verlängert. Sollte für den Standort keine zeitnahe Anschlusslösung gefunden werden, steht die Abschaltung der dort installierten Sendetechnik im Raum.

Für Rundfunkveranstalter und das Publikum in der Region hätte ein solcher Schritt spürbare Konsequenzen. Über den Mast werden derzeit 45 TV-Programme via DVB-T2 HD ausgestrahlt sowie das UKW-Signal für den privaten Sender Rockland verbreitet. Hörer und Zuschauer, die Rundfunkinhalte rein über Zimmer- oder Außenantennen empfangen, stünden ohne Ausweichinfrastruktur vor abgeschalteten Geräten und müssten auf Kabelnetze, Satellitenempfang oder IP-Streaming wechseln.

Besonders brisant ist die Lage für innovative Verbreitungswege und die mediale Krisenvorsorge. Am Standort Dieselstraße wird unter anderem das Pilotprojekt 5G Broadcast erprobt, das lineare Rundfunksignale direkt und netzunabhängig auf mobile Endgeräte bringt. Erst vor kurzem hatte die Medienanstalt Sachsen-Anhalt die Zuweisung der entsprechenden Frequenzen auf Kanal 40 bis ins Frühjahr 2028 verlängert.

Aus Sicht der Branche wiegt zudem der Aspekt der Versorgungssicherheit schwer. Terrestrische Sendeanlagen fungieren bei Großschadenslagen, flächendeckenden Stromausfällen oder Störungen der Telekommunikationsnetze als verlässliches Rückgrat zur Warnung der Bevölkerung. Bricht ein solcher Resilienz-Übertragungsweg in einem Ballungsraum weg, fehlt eine wesentliche Säule der krisenfesten Informationsverbreitung.

Wann genau die Technik abgeschaltet werden könnte und ob Gespräche über Alternativstandorte laufen, ist derzeit noch offen. Eine offizielle Stellungnahme der zuständigen Landesmedienanstalt steht bislang aus.

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